Mittwoch, 11. Juli 2018

Vierte Wanderung 2018: Metz - Joinville

Vierte Wanderung von Metz nach Joinville

Planung

Meine Pilgerwanderung für das Jahr 2018 kann ich dank langfristiger Planung sehr schön vorbereiten. Die Rahmenbedingungen gibt die Möglichkeit der Rückreise mit der Bahn vor. Nach Metz gibt es zwar einige Bahnhöfe, nach Toul liegt erst in Joinville wieder ein Bahnhof auf der Strecke. Bucht man einige Wochen im Voraus, bekommt man sehr preiswert Tickets bei der Französischen Bahn.

Waschhaus von Vaucouleurs
Die Streckenführung entspricht weitestgehend dem Vorschlag des Wanderführers "Outdoor Deutschland Frankreich: Jakobsweg Trier - Vezelay" aus dem Conrad-Stein Verlag. Außerdem ist dieser GPS-Track von "Wanderflotsch" gelegentlich recht hilfreich.

Route 2018 Metz - Joinville (mit Varianten)
Da ich in der ersten Woche der Pingstferien im Mai 2018 genügend Wandertage zur Verfügung habe, kann ich mit sehr moderaten 20 Kilometern pro Tag planen. Besinnung und Erholung sollte nicht zu kurz kommen. Die Wegstrecke liegt bei etwa 150 km.

Übernachtung in Metz

Bedingt durch den schon beinahe obligatorischen Streik der Eisenbahner in Frankreich komme ich nach einem abenteuerlichen Ritt mit dem Schienenersatzverkehr viel zu spät am Freitagabend bei der Association Carrefour in Metz an. Die Jugendherberge an der Mosel war schon lange restlos ausverkauft, daher habe ich bei der Jugendherberge der Association Carrefour reserviert. Umso mehr verwunderte mich, dass nur zwei Gäste während der knapp bemessenen Frühstückszeit im Speisesaal sind.

Erste Etappe: Von Metz nach Arnaville

Der Weg entlang der Mosel zieht sich über mehrere Kilometer durch die Wohnviertel und Industriegebiete. Auf dem befestigten Damm kommt man schnell voran, der Weg ist nicht perfekt ausgeschildert, mit Buch und GPS-Track geht es aber problemlos.
Den Weg durch die Städte zu finden, empfinde ich als wesentlich schwieriger als die Orientierung in der Natur. Entlang der Mosel und später parallel am Berghang ist die Strecke leicht und angenehm zu gehen.
Das Ziel, Arnaville, ist knapp 20 Kilometer entfernt und entsprechend flott erreicht. Die Bewohner des Hauses direkt gegenüber dem Durchgangsbogen sprechen Deutsch: Folgt man der Hauptstraße nach rechts, anstatt durch den Durchgang zu gehen, kommt man nach etwa 150 Metern zu einem Tabak- und Zeitschriftenladen, der auch Wasser, Brot und leckere Pasteten verkauft.
Direkt links davon ist eine überdachte Bushaltestelle, die als Schutz gegen Sonne und Regen dienen kann.
Zur Übernachtung finde ich eine schön gelegene Streuobstwiese an einem Waldrand etwas abseits der Strecke.
Übernachtung bei Arnaville

2. Etappe: Von Arnaville nach Dieulouard

Die heutige Strecke führt fast durchgehend an der Mosel entlang. Zunächst auf einem Damm durch die Auenwälder im Schatten der Bäume. Es geht sich weich und angenehm. Im weiteren Verlauf wird die Lanschaft dann offener und weniger geschützt. Um meine Vorräte zu ergänzen folge ich der Mosel bis hinein nach Pont-a-Mousson. Am zentralen Platz nach der Brücke gibt es einen kleinen Supermarkt. Die Strecke aus der Stadt heraus zieht sich dann recht lange entlang der Straße, bis sie nach Jezainville wieder ruhiger wird. In Dieulouard sind alle Geschäfte geschlossen, so ziehe ich weiter, bis ich im Wald zu einer Hütte der Jägervereinigung komme. Angesichts des etwas zweifelhaften Wetters der ideale Ort den Tag ausklingen zu lassen. Hinter der Hütte gibt es ein Vordach, unter dem es genug Platz zum Übernachten für zwei bis drei Personen gibt.

3. Etappe: Von Dieulouard nach Toul

Bei strahlendem Sonnenschein geht es am nächsten Tag weiter in Richtung Toul. Nach Saizerais nehme ich, um der gut befahrenen Landstraße auszuweichen, den Weg links der Straße zu einem großen Reiterhof und daran rechts vorbei, um durch den Wald nach Liverdun zu gelangen.
Dort werden gerade die Reste des Mittelalterfests vom Wochenende aufgeräumt. Eine sehr schöne Atmosphäre.
In der Altstadt gibt es leider keinen Lebensmittelladen. Es führen aber Treppen hinunter zum Bahnhof, in dessen Nähe es einen kleinen Supermarkt gibt, wo ich meine Vorräte ergänzen kann.
Liverdun
Nach Liverdun ist der Weg bis zum Stauwehr neu als Radwanderweg ausgebaut. Vor dem Wehr zweigt der Jakobsweg rechts von der Straße ab, um eine längere Strecke durch einen schönen Wald zu führen. An dessen Ende liegt, an einem Ausläufer der Mosel, das Restaurant "Le Pavillon Bleu". Dort ist aber an dem schönen Tag ein so unglaublicher Rummel, daß ich schnell weiter ziehe.
In Villey-Saint-Etienne treffe ich erstmals einen anderen Jakobspilger, dessen Frau uns aus dem Kofferraum mit Getränken versorgt. Gemeinsam wanderten wir weiter bis zu den Festungsanlagen im Wald vor Toul. Dort trennen sich unsere Wege wieder, weil ich mir die Zeit nehme die alten Anlagen anzusehen.
Warnschild vor Toul
Die Sperranlagen, die im Wald noch verteilt sind, haben mit den Jahrzehnten nichts von Ihrer Wirksamkeit verloren. Die Wege zu den Bunkeranlagen sind zwar sicher, gerade in der nordöstlichen Hälfte des Waldes sollte man die Wege nicht verlassen. Im Wald ist es feucht bis sumpfig, Stechmücken plagen den Pilger. Ich übernachte kurz vor dem Reiterhof am Ende des Waldes. Obwohl die Stelle einigermaßen trocken schien, habe ich in der Nacht mit Stechmücken und schleimigen Schnecken (sogar im Schlafsack) zu kämpfen.

4. Etappe: Von Toul nach Chalaines

Nicht ganz optimal ausgeschlafen macht ich mich auf den Weg die Kathedrale von Toul zu besichtigen, die aber am frühen Morgen noch geschlossen hat. In Toul herrscht kein Mangel an leckeren Bäckern und kleinen Supermärkten, so fülle ich zuerst meine Vorräte wieder auf, um dann zur Kathedrale zurück zu kehren. Sehr schön ist auch der Kreuzgang im Südwesten der Kathedrale.
Kreuzgang in Toul
Der Weg aus Toul heraus ist gut ausgeschildert und führt hinter Choloy-Ménillot durch einen weitläufigen Wald. Eine große Schutzhütte links des Weges kurz nach Choloy-Ménillot möchte ich nicht unerwähnt lassen. Müden oder nassen Pilgern könnte sie sehr nützlich sein. Auf dem Friedhof, bei der charmanten Dorfkirche von Rigny-Saint-Martin, ist ein Wasserhahn, der Trinkwasser liefert. Ein Zettel in der Kirche bezeugt, dass davon schon viele Pilger profitiert hatten.
Über eine karge Hochebene zieht sich der Weg weiter. In einer Scheune finde ich Schutz vor einem Gewitter mit kurzem, aber kräftigen Regen.
Was ich auch finde, ist sehr herzliche Aufnahme bei Pascale Mangin und ihrem Mann in ihrer Pilgerherberge direkt am Weg. Kaum sprach mich ein Nachbar angesprochen, daß Pascale gerade im Stall sei, da kommt sie schon im Overall auf dem Fahrrad angeradelt.
Frisch geduscht und guter Dinge mache ich mit auf den Weg nach Vaucouleurs um die empfohlene Pizza zu genießen. Satt und zufrieden hole ich den in der letzten Nacht verpassten Schlaf nach.

5. Etappe: Von Chalaines nach Gondrecourt-le-Château

Mit frisch gewaschenen Kleidern darf ich mir am Frühstückstisch der Familie sogar noch ein paar Brote für unterwegs schmieren. Sauber und erholt verlasse ich den gastlichen Ort um mich wieder auf den Weg nach Vaucouleurs zu machen.

Die Jungfrau zu Pferde
Nach dem Besuch am Reiterstandbild der Jeane d'Arc und dem obligatorischen Selfie an der Porte de France geht es durch den Wald vorbei an Montigny-lés-Vaucouleurs. Der dann folgende Abschnitt durch den Wald hat ein paar navigatorische Tücken. Dank der Gaia GPS App auf dem Smartphone finde ich einen ordentlichen Weg aus dem Wald heraus.
Der Himmel ist etwas verhangen, und so komme ich ohne viel zu schwitzen in das schöne Dörfchen Abainville, wo ich im renovierten Waschhaus eine Pause einlege. Am Nachmittag ist dann das Tagesziel erreicht. In Gondrecourt-le-Château gibt es einen gut sortieren Supermarkt, außerdem einen Parkplatz für Wohnmobile. Dort gibt es in der Regel auch Trinkwasser. Für die Nacht mache ich es mir nach Einbruch der Dunkelheit auf der überdachten Terrasse der örtlichen Stadtbücherei bequem. Nur ein paar Enten stören die nächtliche Ruhe.

6. Etappe: Von Condrecourt-le-Château nach Gillaumé

Im Supermarkt kaufe ich am Morgen noch genügend Essen und Wasser für zwei Tage. Vor Joinville gibt es keine Möglichkeit mehr Wasser oder Essen zu bekommen.
Ich folge bestmöglich der im Pilgerführer beschriebenen Strecke, verpasse aber irgendwo eine Abzweigung und bin daher viel auf der Straße unterwegs. Das ist vielleicht auch gut so, denn ich komme schnell voran und kann einigen durchziehenden Gewittern ausweichen.
Wichtig: täglich den Schlafsack trocknen
Da für die Nacht Regen angesagt ist, wählte ich das Waschhaus von Gillaumé als nächsten Übernachtunsplatz. Im Laufe des Abends trocknet es aber ab, ich nutze Tisch und Bank für ein ausgiebiges Abendessen, um dann auf der gepflegten Wiese hinter dem Waschhäuschen mein Nachtlager zu bereiten. Keiner der sehr rührigen Bewohner des kleinen Dorfes nimmt daran Anstoß.

7. Etappe: Von Gillaumé nach Joinville

Bei bestem Wetter packe ich am frühen Morgen meinen Rucksack, um mich zur vermutlich letzten Tagesetappe für dieses Jahr aufzumachen. Ein kurzes Frühstück auf dem sonnigen Bänkchen auf der Wiese und frisch weiter gepilgert. Die kleine Dorfkirche ist, wie einige der Kirchen am Wegesrand, leider verschlossen.
Der Weg verläuft weiter auf der Hochebene, oft in der Sonne. Am See vor Pansey kann man gut an den überdachten Grillstellen rasten. Das Tor ist nicht abgeschlossen, die Angler haben nichts gegen rastende Wanderer.
Es gibt nur wenige Passagen am oder im Wald. Die im Buch beschriebene Abzweigung bei der Farm La Houpette verpasse ich und muss zurück als ich meinen Irrtum erkenne. Schon beim Abstieg nach Thonnance-lés-Joinville wird die Gegend belebter. Der Weg an der Marne wird von Radlern, Wanderern und Joggern genutzt. Am nordwestlichen Ausläufer von Joinville gibt es einen großen Supermarkt. Gestärkt und wieder mit genügend Wasser versehen mache ich mich auf den Weg zur Kirche. Der Ort ist recht hübsch und die Kirche ist eindrucksvoll, aber leider nicht in bestem Zustand.
In der Kathedrale von Joinville

Nach dem Besuch der Kirche suche ich nach dem Gemeindehaus, das angeblich unterhalb der Kirche liegen soll. Ein Ladenbesitzer, der gerade seine Fassade renovierte bemerkt mich und hilft mir den Pfarrer zu finden. Er bietet mir sogar an, ich könne in seinem Laden schlafen, falls wir den Pfarrer nicht fänden.
Der Pfarrer, der sich als Stephane vorstellt hat im Gemeindehaus zwei sehr schlichte Betten, eines in der Küche und eines im kleinen Gemeindesaal im Obergeschoss. Der verwilderte Pfarrgarten ist ein herrlicher Platz um ein Stündchen zu lesen und sich zu besinnen.
Pfarrgarten
Nach einer kurzen Dusche im Gästebad des Pfarrhauses, das auch als Abstellkammer dient, lege ich mich nach einem schlichten Abendessen schlafen.

Abreisetag

Gut ausgeschlafen treffe ich nach dem Frühstück Stephane. Mein Angebot den Rasen des Pfarrgartens zu mähen lehnt er dankend ab. Es sei schon jemand mit einem Freischneider bestellt um dem Wildwuchs Herr zu werden. Mit einer Spende für die Restaurierung seiner Evangelistenfiguren verlasse ich das Pfarrhaus um noch die gewünschten Reisemitbringsel für die Familie zu kaufen.
Trotz des noch andauernden Streiks bei der Bahn fährt mein Zug pünktlich am Bahnhof in Joinville ab.

Dienstag, 10. Juli 2018

Dritte Wanderung 2017: Hornbach - Metz

Jakobsweg von Hornbach nach Metz (Südroute)

Erst sehr spät im Jahr 2017, Mitte November kann ich mich wieder auf den Weg machen und den Jakobsweg in Hornbach am Kloster wieder aufnehmen. Das Ziel ist die Kathedrale in Metz.
Wegweiser bei Hornbach
Hier trennt sich die Nord- und die Südroute

Der Streckenverlauf ist sehr gut dokumentiert und, zumindest in Deutschland, relativ gut beschildert.
Jakobsweg Pfalz-Saarland Südroute bis Metz


Tag 1: Vom Kloster Hornbach nach Gräfinthal

Nachdem ich aufgrund verschiedener Zugverspätungen erst gegen Mittag in Hornbach komme, ist schon vorhersehbar, dass sich die Wanderung bis nach Einbruch der Dunkelheit ziehen wird.

Gräfinthal (Kirche war geschlossen)
Der Grillplatz mit Hütte im Wald vor Gräfinthal (Bolcher Hütte) ist in der früh hereinbrechenden Dunkelheit leicht zu finden. Von einigen ziemlich schnell im Wald umherfahrenden Jägern abgesehen verbringe ich eine angenehme Nacht im Schlafsack auf einer der Bänke in der großen, aber nicht sehr sauberen Hütte.

Tag 2: Von Gräfinthal nach Folking

Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt zeigt sich gelegentlich die Sonne. Auf sehr gepflegten Wegen erreiche ich bis Mittag die Grenze zu Frankreich. Zuvor gab es beim "Alten Bauernhaus Auersmacher" noch einen Pilgerstempel und warmes Wasser. Das Wasser aus dem Rucksack hatt mitlerweile die Umgebungstemperatur von 3-4 Grad angenommen. Das macht es schwer genug zu trinken.
In Frankreich folgt der Jakobsweg dem GR5G
Kaum in Frankreich, kämpfe ich schon mit diversen Schwierigkeiten den richtigen Weg einzuschlagen. Gesperrte Wege und fehlende Markierungen sorgen für ein paar Umwege. Ich bin froh aus Saaregmünd heraus zu kommen. In der Natur sind die Markierungen wieder leichter zu finden und ich komme gut voran. Leider ist die Sicht so schlecht, dass ich kaum die Moulin de Grauberg in Tenteling erkennen kann. An den Wäldern künden noch Sperrschilder von den Treibjagden am vergangenen Wochenende. So spät im Jahr darf wieder gejagt werden.
Als es zum Wandern zu dunkel wird, bereite ich bei leichtem Regen und feuchtkaltem Nebel hinter einem Holzstapel im Wald nach Folking mein Nachtlager.

Tag 3: Von Folking nach Saint-Avold

Die Nacht war unangenehm feucht und so packe ich bei Anbruch der Dämmerung meine Sache um mich warm zu laufen. Außerhalb des Waldes sind die geteerten Wege eisig und glatt. Die Feldwege (da gefroren) dafür weniger matschig. Der kalte Nebel verschluckt leider vollständig die archäologischen Sehenswürdigkeiten auf dem Herapel vor Cocheren.
Für das Frühstück finde ich ein ruhiges Bänkchen in Bening-les-Saint-Avold, wo es einigermaßen trocken ist.
Bröckelt das Nutella am Morgen,
ist es für Camping zu kalt.
Die Strecke nach Saint-Avold ist relativ kurz und führt in der zweiten Hälfte durch einen sehr schönen Wald. Schon am frühen Nachmittag komme ich in St. Avold an und beziehe ein Zimmer in der zum Camping Municipal gehörenden Herberge. Ich bin der einzige Gast.
Nachdem ich meine Ausrüstung im Zimmer zum Trocknen ausgebreitet habe, kommt noch die Sonne hinter den Wolken hervor und ich mache einen Ausflug zum Amerikanischen Soldatenfriedhof unweit der Stadt.
Soldatenfriedhof bei St. Avold
Ich empfehle jedem Pilger dringend den Besuch dort. Das zelebrierte Heldenpathos kann aber schon irritieren.

Tag 4: Von St. Avold nach Courcelles-Chaussy

Gut erholt und bestens ausgeschlafen mache ich mich am Morgen ohne Frühstück (da einziger Gast in der Herberge) auf den Weg. Die Gegend ist landwirtschaftlich sehr intensiv genutzt. Viele Felder und wenige Wälder machen die Strecke wenig abwechslungsreich, und eher hart zu gehen.
Als der Abend dämmert, finde ich unweit des Friedhofs vor Courcelles etwas abseits der offiziellen Strecke ein ruhiges Gebüsch hinter dem ich meine Plane aufbaue. Die Nacht solle regnerisch werden.

Tag 5: Von Courcelles-Chaussy nach Metz

Da bei dem Wetter an einen erholsamen Schlaf nicht zu denken ist, packe ich, noch bei völliger Dunkelheit, gegen vier Uhr meinen Rucksack, um durch das schlafende Courcelles-Chaussy den Jakobsweg fortzusetzen. Im Laufe des Tages bessert sich das Wetter und dank des frühen Starts erreichte ich bald die östlichen Ausläufer von Metz. Fort-Anlagen aus den Weltkriegen, imposante Gebäude und weitläufige Parks machen die letzte Etappe der Wanderung sehr abwechslungsreich.
So erreichte ich schon kurz nach Mittag die Kathedrale in Metz, in der ich viel Zeit verbringe.
Den Pilgerstempel erhält man am Souvenirstand.
In der Kathedrale von Metz
Glücklicherweise hat die Jugendherberge an der Mosel noch genügend Plätze frei. So kann ich am Nachmittag mein Gepäck abstellen und in der Stadt noch gemütlich zu Abend essen.
Im geheizten Zimmer trocknet meine nasse Ausrüstung schnell und eigentlich hätte ich gute Lust auf ein paar weitere Wandertage.

Tag 6: Rückfahrt von Metz nach Heilbronn

Nach dem schlichten, aber ausreichenden Frühstück in der Jugendherberge habe ich noch genügend Zeit auf dem Weg durch die Stadt leckeren Käse als Mitbringsel für die Familie zu kaufen.
Bahnhof Metz

Freitag, 6. Juli 2018

Zweite Wanderung 2016: Speyer - Hornbach

Jakobsweg von Speyer nach Hornbach

Nach der Ankunft am Bahnhof in Speyer besuche ich zunächst nochmals den Dom, dann die Touri-Info, um den Wegverlauf aus Speyer heraus zu erfragen. Dort erfahre ich, dass die Markierungen in der Stadt gerne von den Touristen als Souvenir abgezogen werden.
Jakobsweg Speyer - Hornbach
Die gesamte Strecke ist gut bestückt mit Supermärkten, Bäckern und Gasthöfen. Große Vorräte mitzuführen ist nicht nötig.

1. Etappe: Speyer - Hördt

Mit einer kostenlosen kleinen Karte ausgerüstet mache ich mich auf den Weg aus Speyer heraus. Über weite Strecken folgt der Weg dem Rhein. Die Strecke ist von Radfahrern, Skatern und Spaziergängern gut besucht. An Verpflegung längs des Weges fehlt es nicht.
Wieder in Speyer beim Jakobspilger

Unweit des Holzlagerplatzes bei Hördt finde ich einen angenehmen Schlafplatz im Wald.

2. Etappe: Hördt - Klingenmünster

Ich war nie ein großer Freund der Rheinebene. Das flache Land ist für mich eher uninteressant. Zäune und Verbotsschilder säumen den Weg über weite Strecken. Die Menschen wirken mürrisch. Landau ist der einzig einladend wirkende Ort der heutigen Etappe und hebt sich wohltuend von den umliegenden Städchen ab.
Ab der "Kleinen Kalmit" bin ich wieder mit der Landschaft versöhnt, die Menschen sind wieder offener und ich werde auch wieder von interessierten Spaziergängern angesprochen.
Der Übernachtungsplatz kurz vor der Pfalzklinik Landeck im Wald war nicht gut gewählt. Das Gelände ist abschüssiger als ich gedacht hatte, so wache ich in der Nacht immer wieder auf und robbe zurück auf die Isomatte.

3. Etappe Klingenmünster - Bruchweiler-Bärenbach

Ab Klingenmünster wird der Weg zum Genuss. In Bad Bergzabern noch kurz im Hotel Petronella (oder war es Kurparkblick?) einen Stempel geben lassen, dann geht es auf herrlichen Wanderwegen durch den Pfälzerwald.
Nach Bruchweiler-Bärenbach geht es auf eine lichte Hochebene, auf der ich etwas verdeckt im Wald die Nacht verbringe. Nur gestört durch einen neugierigen Fuchs, der kommt um an meiner Plane zu schnüffeln.

4. Etappe Bruchweiler-Bärenbach - Kröppen

Wie kaum anders zu erwarten, gab es in der Nacht Frost. Zum Frühstück setze ich mich in den ersten wärmenden Strahlen der Sonne auf eine Bank.
Der Großteil der heutigen Wanderung führt auf weiten Strecken durch den Wald. Ein herrliches Wandergebiet! Leider verschlechtert sich das Wetter im Laufe des Tages und so bin ich froh, in Kroppen, im Gasthaus Knerr einkehren zu können. Die Wirtin serviert unkomplizierte Hausmannskost und ich breite meine nasse Ausrüstung in der Nacht zum Trocknen im Zimmer aus. Nach einer schönen, heißen Dusche stecke ich Handy und PowerBank an den Lader und lege mich zur Ruhe.

5. Etappe Kröppen - Hornbach

Nach einer sehr angenehmen Nacht im Gasthaus Knerr  (wo man auch den Pilgerstempel bekommt) und einem schlichten, aber völlig ausreichenden Frühstück mache ich mich mit getrockneter Ausrüstung wieder auf den Weg. Vorbei an der einer schön hergerichteten Schutzhütte am Waldrand führt der Weg aus dem Tal hinaus auf eine Hochebene.
In Riedelberg, obwohl sehr schön für Pilger dekoriert, verliere ich irgendwo unterhalb des Dorfes am Bach die Wegmarkierung und finde mich plötzlich im französischen Opperding wieder. Ein paar Kilometer weiter bin ich wieder auf meiner Strecke.
Ooops! Hier ist ja Frankreich... Ist das ein Muschelzeichen am Mast?

Ganz nett ist der letzte Abschnitt von Mauschbach nach Hornbach. Hier beweiden Wasserbüffel die sumpfigen Wiesen am Bach. Die Reste der Klosteranlage sind sind sehr schön und durchaus noch einen Aufenthalt in Hornbach wert. Den Pilgerstempel bekommt man an der Hotelrezeption.
In Hornbach fährt an den Wochenenden kein Bus, so sprengte zuletzt die Fahrt mit dem Taxi zum Bahnhof in Zweibrücken mein knapp kalkuliertes Reisebudget.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Erste Wanderung 2015 Heilbronn - Speyer

Von Heilbronn nach Speyer auf dem Jakobsweg

November 2015

Für mich war klar: der Weg beginnt an meiner Haustüre. Beruf und Familie lassen nicht zu, den Weg "in einem Rutsch" zu gehen, also muss es in kleinen Schritten gehen.
In den Herbstferien, Anfang November 2015 habe ich einige Tage Resturlaub, die gut zwischen familiäre und berufliche Verpflichtungen passten. - Die Gelegenheit den ersten Schritt zu machen.

Von Heilbronn nach Speyer

Ich wusste schon länger, dass einer der vielen Jakobswege in der Region durch Bad Wimpfen führt. Der Weg ist eine Teilstrecke des Jakobswegs Rothenburg - Speyer und ist sehr gut beschildert und dokumentiet.

2015 - Heilbronn-Speyer

1. Tag: Von Heilbronn nach Neuhaus

Aus einer großen Stadt heraus zu wandern ist kein großartiges Erlebnis. Das gilt nicht nur für Heilbronn, sondern für alle größeren Städte. Wenn das Industriegebiete und Vororte durchquert sind und die Felder beginnen wird die Wanderung angenehm.
3. November 2015 - Zwischen Heilbronn und Bad Wimpfen
Da in Deutschland der Wald gerne als Naherholungsgebiet genutzt wird, gibt es zahlreiche Schutzhütten, die sich als wetterfeste Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Für die erste  Übernachtung wähle ich die Heuberghütte auf dem Heuberg zwischen Neuhaus und Steinsfurt. Die Hütte liegt allerdings nicht direkt am Weg, sondern auf dem Berggipfel, einige hundert Meter Bergauf. Unter dem Vordach der Hütte sollten bis zu vier Personen Schutz finden können.
Heuberghütte

2. Tag: Von Neuhaus nach Reilingen

Frisch gestärkt geht es dann weiter, vorbei am Museum in Sinsheim über teils sehr schöne, teils eher triste Wege. Bei Metzgerei Ohr in Dühren erhält man nicht nur den Pilgerstempel, sondern kann auch lecker Mittagessen. Ein Highlight ist sicher die Kapelle auf dem Letzenberg, die heute leider geschlossen ist.
In der schon anbrechenden Dunkelheit wandere ich durch St. Leon Roth bis zum Wald nahe Reilingen, wo ich mein Nachtlager aufschlage.
Steil geht es hinauf zum Letzenberg

3. Tag: Von Reilingen nach Speyer

Die letzte Etappe bis Speyer ist dann nur noch ein Katzensprung. Unterwegs trockne ich meine vom Tau feuchte Ausrüstung in der Sonne uns wandere dann sehr gemütlich zunächst zum Dom. Dann nach einem Mittagessen im Naturfreundehaus zur Jugendherberge.
Ich empfehle wenn möglich auch den Besuch im Historischen Museum der Pfalz, nicht nur um den Domschatz zu bestaunen.
Jakobspilger in Speyer
Am nächsten Tag geht es dann mit der Bahn zurück nach Heilbronn. Rückblickend waren die Tagesetappen etwas zu lang gewählt. Es war aber ein guter Start und soll der Anfang eine langen Abenteuers sein.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Packliste Jakobsweg

Meine Packliste für den Jakobsweg

Diese Liste hat sich über Jahre hinweg entwickelt. Sie ist sehr individuell auf meine Art zu wandern angepasst. Das Ziel ist, für einige Tage komplett autark wandern zu können und trotzdem das nicht deutlich über 16 kg zu tragen.
Wer von Herberge zu Herberge wandert, kommt mit deutlich weniger Gewicht aus, belastet aber dafür seine Reisekasse mehr.
Weitere Infos und ein paar Bilder meiner Ausrüstung habe ich in diesem Artikel veröffentlicht.
Pilgermenue in der Waldhütte

Im Rucksack

  • Rucksack: Lowe Aplamayo 70+20 = 2500g
  • Regenschutz für Rucksack 50g
  • Isomatte: Thermarest Ultralite 700g
  • 2021 ersetzt gegen NeoAir Uberlite 340g
  • Schlafsack (Daune, von Highlight) 1600g
  • 2020 ersetzt gegen Helium 250 Long 720g
  • Plane: Woodlands Kommandoplane 1200g
  • 2020 Zelt: MSR Hubba Solo 1300g
  • Schnur: 50g (um ggf die Plane als Tarp aufspannen zu können)
  • Becher (Plastik)
  • Waschzeug 400g
  • Handtuch (schwammartiges Sporthandtuch) 50g
  • Unterhosen (je nach Bedarf)
  • Ersatzsocken (mindestens 1 Paar)
  • Fleecejacke 650g
  • Halstuch Merino 30g
  • Ersatz T-Shirt Merino 160g
  • Regenhose Goretex 275g
  • Jacke Outdoor 700g
    Preiswert von Decathlon
  • 2021 Regenponcho Sea-to-Summit UltraSil Nano 150g
  • ggf. Handschuhe
    alte, graue BW-Handschuhe aus Leder für die kalte Jahreszeit. Ich imprägniere die ganz dünn mit Sno seal.
  • Stofftaschentuch
  • Papiertaschentücher
  • Klopapier
  • Pflaster / Wund&Heilsalbe
  • Ersatzschuhe
    Leicht: Vibram Fivefingers in einer etwas stabileren Variante
  • iPod Nano
    Hervorragende Einschlafhilfe
  • Taschenlampe (diese hier)
    Klein, stabil, ausdauernd, aufladbar und nicht zu hell
  • Taschenmesser
    Das traditionelle Victorinox mit nicht zu vielen Funktionen.
  • Fahrtenmesser
    Aus Schweden: Arbeitsmesser - einfacher Karbonstahl, Gummigriff
    Muss regelmäßig geölt werden. Nicht schön, aber nützlich.
  • Nähzeug
  • iPhone
  • Ladegerät (QC3 von Blitzwolf)
  • Ladekabel Universal (so etwas wie das hier)
  • PowerBank (XiaoMi 200000mAH) von hier 
  • Tier-Abwehrspray (Klever/Ballistol)
  • Wasserdichter Packsack
  • Plastiktüten

Essen & Trinken

  • 3 Einliterflaschen PET mit Wasser
    Die zerkratzten Pfandflaschen nach Ende der Reise einfach abgeben.
  • Kleine PET Flasche 0,33 bis 0,5 Liter hiermit befestigt
  • Brot (Vollkornwecken oder Pumpernickel)
  • Schinken, Käse, evtl auch Dosenwurst
  • Etwas Traubenzucker
  • Kekse

Am Körper

  • Hose Fjällräven Karl Zipp-Off 550g
  • Gürtel dazu
  • T-Shirt Merino 160g
  • Wanderstiefel Hanwag Alaska 2050g - Mit SnoSeal imprägniert
  • Hut (Baumwolle)
  • Wanderstöcke 600g (Teleskop)
  • Wenn es sehr kalt ist: Unterhemd aus Wolle&Seide

Ausrüstung für den Jakobsweg

Meine Ausrüstung

Alles was über Wasser und Lebensmittel hinaus geht, trägt man während der ganzen Wanderung mit sich herum. Man wird des unnötigen Krams im Rucksack schnell überdrüssig und so wurde mein Rucksack mit den Jahren immer leichter.
Hat man das nötige Kleingeld parat, kann man sich eine komplette Trekkingausrüstung mit unter 10kg zusammen stellen. Mit meinem Material komme ich auf ca 16kg, was für mich (regelmäßiger Läufer, 192cm groß) noch akzeptabel ist.

Mein Rucksack

Die Prioritäten

Drei Dinge sind in dieser Reihenfolge bei langen Wanderungen wichtig:
  • Wasser
  • Essen
  • Schafen
alles andere lässt sich improvisieren. An 3 Litern Wasser trägt man recht schwer. Essen ist da schon wesentlich einfacher, da es weniger Volumen als Wasser benötigt. Für mich funktionieren Vollkorn-Brote oder Pumpernickel super. Das Hungergefühl reguliert sich auf den langen Wanderungen sehr gut. Vorräte für 3-4 Tage sind nicht sehr voluminös.
Schlafen ist vor allem eine Preisfrage. Wer sich 50-100€ pro Nacht leisten möchte, der hat kaum Probleme jede Nacht unter einem festen Dach zu verbringen. Die einfachen Herbergen mit 20-30€ waren bis Joinville eher dünn gesät. Daher schlafe ich bevorzugt unter freiem Himmel, möglichst im Wald. Dazu finden sich auch Tipps im Blog verteilt.

Wasser

Ich transportiere mein Wasser in drei 1-Liter PET-Flaschen, von denen ich zwei in die Seitentaschen und eine im Rucksack mitführe. Diese Flaschen stecken bei mir sehr fest in den Seitentaschen. Daher habe ich ein 0.33 oder 0.5 Liter Fläschchen zusätzlich an einem billigen, kleinen Halter. Das Fläschchen muss allerdings gegen störendes Herumbaumeln gesichert werden.
In Deutschland ist es relativ leicht an gutes Trinkwasser zu kommen. In den dünn besiedelten Gegenden Frankreichs wird das aber sehr schnell zu einem großen Thema. Zumal das Oberflächenwasser dort auch nicht wirklich vertrauenerweckend wirkt. Bei Touren im Schwarzwald oder im Gebirge ist das einfacher.
Wenn es sehr kalt ist und die Temperatur des mitgeführten Trinkwassers sich dem Gefrierpunkt annähert, neige ich dazu zu wenig zu trinken. Die Folgen können sehr unangenehm sein.
Tipp: Trinkwasser findet man oft an den Übernachtungsplätzen für Wohnmobile.

Essen

Ich brauche erstaunlich wenig Essen auf meinen Wanderungen. Kocher und Geschirr habe ich mittlerweile zur Gewichtsersparnis weg gelassen. An Brot und Käse kommt man in Frankreich leicht. Aus Deutschland nehme ich einen kleinen Vorrat gehaltvoller Vollkornwecken mit, die für einige Tage reichen.

Rucksack

Mein Lowe Alpamayo 70+20 ist schon locker 20 Jahre alt und entspricht vermutlich nicht der neuesten Trekkingmode. Dafür ist er super stabil und es passt locker alles rein was ich brauche.
Da der Rucksack schon lange nicht mehr wasserdicht ist, gehört der Regenschutz mit zur Ausrüstung.
Auch im Rucksack ist vieles wasserdicht verpackt. Dazu reichen schon einfache Plastiktüten.
Den +20 Auszug brauche ich selten. Momentan werden Rucksäcke mit 65 (+20) Litern angeboten, das sollte ideal sein.

Stöcke

Es mag sein, daß Stöcke den Laufstil versauen, wie ich es vor Jahren von einem Bergführer gehört habe. Wenn ich mal 30km abgespult habe und die Füße schmerzen, interessiert mich so etwas wie Stil nicht.
Ich laufe mit sehr alten Leki Makalus. Carbon habe ich mir angesehen, habe aber Bedenken, weil sie angeblich bei Scherbelastungen brechen können. (Update: Für meine Körpergröße passend habe ich mir im Spätsommer 2019 die Leki Micro Vario Carbon Strong gekauft. - Ich werde berichten  Die Carbon-Stöcke sind super.)
Ich empfinde die Stöcke sowohl bergauf, als auch bergab als Erleichterung. Meine Knie werden spürbar geschont.

Schlafen

Bei sommerlichen Temperaturen ist das Schlafen unter freiem Himmel angenehm, wenn ein paar Voraussetzungen stimmen:
  • Der Schlafplatz muss eben sein. Der Schlafsack rutscht schon bei moderatem Gefälle auf der Isomatte abwärts und man ist die ganze Nacht damit beschäftigt wieder bergauf zu robben.
  • Einigermaßen frei von Stocken und Steinen, die das Liegen unangenehm machen.
  • Frei von Schnecken und Stechmücken (Lässt sich nicht immer sicherstellen. Schnecken im Schlafsack sind eine ziemliche Sauerei.)
  • Entfernt von stark frequentierten Grillstellen oder den örtlichen Gassistrecken der Hundebesitzer


Im Herbst ist die Tarnung nicht perfekt
Im einfachsten Fall benutze ich eine 2,20x3 Meter "Kommandoplane" mit "Woodlands" Print. Die Plane lege ich auf dem Boden aus, lege meine 20 Jahre alte, aber  noch gut erhaltene Thermarest Ultralight (oder Thermarest Ultralite ?) drauf und darauf den Schlafsack (Daunen. Von Highlight Ende der 90er gekauft). In direktem Kontakt mit dem Schafsack ist die Plane allerdings nicht wasserdicht. Bei Regen spanne ich eine zeltartige Konstruktion auf. Außerdem drückt das Gewicht der Plane die Daunen zusammen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt spürt man das deutlich.
Tipp: Auf Höhe des Gesäßes lege ich ein Stück einer alten Isomatte (Schaumstoff) unter. Das kompensiert die schlechtere Isolation, wenn die Hüftknochen durch die Thermarest auf den kalten Boden durchdrücken. Auch sonst leistet das Stück gute Dienste als Sitzunterlage.
Seit 2020 benutze ich ein kleines Zelt: MSR Hubba NX solo. Das wiegt so viel wie die alte Plane, ist aber absolut wasserdicht und schützt aber sehr gut vor Insekten. Nachteil: Auf- und Abbau dauern viel länger als einfach die Plane auf den Boden zu werfen. Wenn es kalt ist, ist die Zeltplane außen und innen nass (Tau/Kondensation). Das zu trocknen dauert lange.
Seit 2021 habe ich einen leichteren Schlafsack: Mountain Equipment Helium 250. Toll leicht, aber bei Temperaturen unter 5 Grad wird es unangenehm kalt. Der Komfort-Bereich bis 7 Grad stimmt also. Sowohl im Herbst, als auch im Frühling gab es gelegentlich um die 0 Grad. Das ist schon unter dem "Komfort Limit" von 2 Grad. Da wäre mir oft der alte, schwerere Schlafsack lieber gewesen.
Um weiter Gewicht zu sparen habe ich die alte Ultralite gegen eine Thermarest Uberlite getauscht. Auch da bin ich nicht 100% happy:
  • Das Aufblasen mit dem Pumpsack ist mühsam und langsam, besonders bei Regen im 1-Personen Zelt.
  • Wahrscheinlich aufgrund des großen Luftvolumens nimmt die Härte im Laufe der Nacht so weit ab, daß ich beim Aufsitzen auf den Boden durchdrücke. Wenn ich in der Abendsonne bei 20 Grad aufblase und die Temperatur dann auf ca. 5 Grad absinkt ist das nicht verwunderlich. Also muss ich einmal in der Nacht nachpumpen. In den Rezensionen wird auch immer wieder über Undichtigkeiten berichtet.
  • Die Isolation ist schlechter als erwartet. Ich schiebe immer noch ein dünnes Schaumstoff-Sitzkissen unter um den Nierenbereich warm zu halten. Wahrscheinlich wabert durch die Bewegung kalte Luft aus den Randbereichen unter den Körper.
  • Ich habe Bedenken das sehr dünne Material zu beschädigen und bin daher super vorsichtig. Im Wald gibt es immer irgendwo Dornen.
  • Das Einpacken dauert gefühlt ewig. Trotz des clever gemachten Ventils geht für das ordentliche Einpacken locker eine Viertelstunde drauf.
Die gewichtssparenden, komfortablen Neuerungen haben mich insgesamt bei Auf- und Abbau langsamer gemacht. 

Kommunikation, Karten und die Energiefrage

Das Smartphone ersetzt mittlerweile inzwischen ein kleinen Rucksack voller Ausrüstungsgegenstände und macht das in den meisten Fällen ganz ordentlich.
Seit dem 15. Juni 2017 gibt es üblicherweise innerhalb der EU keine Roaminggebühren mehr. Damit steht auch das Datenvolumen für Internetverbindungen zumindest teilweise zur Verfügung.
Das erleichtert die Navigation erheblich, weil Kartenausschnitte, z.B. in Google Maps auch in der maximalen Detailstufe nachgeladen werden können.

  • Ich benutze gerne Gaia GPS (ohne das kostenpflichtige Abo) zur Navigation. Die kostenlosen Karten sind gut genug. Schön ist, dass man GPS-Tracks aus dem Internet importieren kann. Bei unklarer oder fehlender Beschilderung spart das einige Irrwege.
    Obwohl ich viele Kartenausschnitte vorab herunter geladen hatte, habe ich den Großteil meines 3GByte Datenvolumens für die App verbraucht.
    Ein echtes "Verirren" im traditionellen Sinne ist heute so gut wie unmöglich.
  • Mal eben nach den Öffnungszeiten des nächstgelegenen Supermarkts googeln oder das Mail mit der Buchungsbestätigung für die Jugendherberge vorlegen.
  • Bahnfahrkarten kaufen: Wenn man rechtzeitig bucht, bekommt man bei der französischen Bahn SNCF und der DB erstaunlich preiswerte Tickets.
    Ich benutze diese beiden Apps:
    OUI.sncf für Frankreich. Die App kennt auch die grenznahen Bahnhöfe in Deutschland.
    DB Navigator für Deutschland. 
  • Da mein Arbeitgeber mir regelmäßig ein aktuelles Handy, auch zur privaten Nutzung zur Verfügung stellt, ist auch die Kamera auf der Höhe der Zeit. Ich fotografiere nicht sehr viel, eine separate Kamera würde sich bei mir nicht lohnen.
Das alles braucht allerdings eine Menge Energie. Wenn man mehrere Tage keinen Zugang zu einer Steckdose hat, reicht die kleine PowerBank aus der Krabbelkiste beim Elektrodiscounter nicht aus. Die aufgedruckten technischen Daten scheinen oftmals frei erfunden zu sein. Nach mehreren Enttäuschungen bin ich nun mit dem chinesischen Edelhersteller XiaoMi vollkommen zufrieden. Ich hatte für einige Wanderungen eine ältere 16000mAh Power Bank (Aluminiumgehäuse), die ich Anfang 2018 gegen das unwesentlich schwerere Modell mit 20000mAh (stabiles Kunststoffgehäuse) getauscht habe. Das verschafft mir eine volle Woche Autonomie trotz intensiver Nutzung. Die PowerBank habe ich hier gekauft. Wegen der großen Kapazität reicht eine einzelne Übernachtung mit meinem normalen iPhone Lader (5 Watt) nicht um die PowerBank wieder voll zu laden. Da die PowerBank QC3 zur Schnellladung unterstützt, habe ich mir diesen 18Watt Lader dazu gekauft, der natürlich auch das iPhone lädt.
Energie Nachtanken in der Pilgerherberge in Chalaines
Wer ohnehin täglich in einer Herberge übernachtet, ist mit dieser leichten, schlanken 5000mAh Version auf der sicheren Seite und trägt nicht schwer.



Streckenplanung Heilbronn - Santiago de Compostela

Etappenübersicht Jakobsweg Heilbronn - Santiago de Compostela

Der grobe Plan sieht vor, von Heilbronn aus in Bad Wimpfen zum Jakobsweg Rothenburg-Speyer zu gelangen. Dann über den Pfälzischen und Saarländischen Jakobsweg die Kathedrale von Metz zu erreichen.
Für meine Pilgerwanderung wünsche ich mir ruhige, wenig begangene Strecken. Daher schlage ich den Weg nach Vezelay ein, um von dort aus den Weg der touristisch weniger erschlossenen Via Lemovicensis einzuschlagen.

Von Heilbronn nach Speyer

Die erste Etappe von 2015 über drei Tage von Heilbronn über Bad Wimpfen, Bad Rappenau, Sinsheim und St. Leon Roth nach Speyer habe ich hier beschrieben:
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Von Speyer zum Kloster Hornbach

Durch das flache Rheintal und den schönen Pfälzerwald ging es dann 2016 weiter bis zum Kloster in Hornbach.
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Von Hornbach nach Metz

Viel zu spät, im beginnenden Winter 2017 wanderte ich von Hornbach über St. Avold nach Metz.

Von Metz nach Joinville

Bei traumhaften Bedingungen durfte ich im Mai 2018 von Metz bis Joinville pilgern.

Von Joinville nach Vezelay

Ende April 2019, zur Osterzeit, war ich ganze zwölf erlebnisreiche Tage als Pilger unterwegs. In Vezelay erreichte ich den Startpunkt der Via Lemovicensis.
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Pandemiepilgern: Von Häslabronn nach Heilbronn

Reisen ist nicht möglich, so verlängere ich im Herbst 2020 meinen Weg rückwärts nach Häslabronn und wandere über Rothenburg und das Jagsttal nach Heilbrronn.

Von Vezelay nach Chateauroux

Im Oktober 2021 geht es auf der Via Lemovicensis weiter bis Chateauroux.

Von Chateauroux nach Limoges

Im Frühjahr 2022 folge ich dem Weg durch das ländliche Limousin >>klick<<

Pilger-Snack: Von Nürnberg nach Rothenburg odT

Im Spätsommer 2022 nochmal für vier Tage unterwegs >>klick<<

Dienstag, 3. Juli 2018

Jakobspilgern - Eine alte Idee

Von Heilbronn nach Santjago?

Es muss Anfang der 90er Jahre gewesen sein, als ein Freund mir vom Jakobsweg erzähle. Irgendwie ist er während seines Architekturstudiums bei der Beschäftigung mit den mittelalterlichen Kathedralen auf das Thema gestoßen.
Ich war fasziniert. Zu Fuß durch halb Europa? Großartig!
Aber keine Sache von hoher Priorität.

Wirft man einen Blick auf die Statistiken, scheint zu dieser Zeit der Pilgerweg ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Wegstrecke klang machbar, der Verlauf führt durch Regionen, die als vergleichsweise sicher angesehen werden dürfen. Es sollte aber noch rund zwanzig Jahre bis zum ersten Schritt dauern.
Auf längeren Wanderungen in Nordschweden (Kungsleden), dem Westweg oder dem Schluchtensteig im Schwarzwald mit Übernachtungen unter einfachsten Bedingungen gewann ich die notwendige Erfahrung mit den Strecken, dem Gepäck und allen denkbaren Witterungen zurecht zu kommen.
Vieles hat sich in dieser Zeit gewandelt. Karte und Kompass sind nur noch das Backup für Notfälle, das Handy ersetzt einen erheblichen Anteil der Ausrüstung.
Ich habe gelernt vieles weg zu lassen.

Mehr darüber auf der Seite Ausrüstung

Hier geht es zur groben Streckenplanung.