Freitag, 15. März 2019

Fünfte Wanderung 2019: Joinville - Vezelay

Fünfte Wanderung 2019: Joinville - Vezelay

Jakobsweg von Joinville nach Vezelay

Der Pilgerweg führt nach Südwesten zum offiziellen Anfang der Via Lemovicensis: Der Basilika de la Madeleine in Vezelay. Je nach Kartenmaterial differieren die vorgeschlagenen Routen etwas. Als Orientierung diente das Buch "Jakobsweg Trier - Vezelay" aus dem Conrad-Stein Verlag in der schon etwas in die Jahre gekommenen Version von 2013.
Route 2019 von Joinville nach Vezelay
So langsam ergibt sich eine auf der Europakarte deutlich sichtbare Strecke. Als Nebeneffekt wird die Anreise in jedem Jahr länger und etwas teurer.

Wanderstrecke Jakobsweg 2015-2019

1. Etappe: Joinville - Ambonville (20.4.2019)

Dank einer günstigen Zugverbindung über Mulhouse und Chaumont komme ich kurz nach 12 Uhr in Joinville an, von wo ich im letzten Jahr mit vielen schönen Erlebnissen im Gepäck abgereist war.
Nach einem kurzen Besuch in der Kirche mache ich mich auf den Weg, der unkompliziert zu finden ist.
In Blecourt, etwa auf halbem Wege der heutigen Tour gibt es neben der Kirche einen Brunnen mit Trinkwasser. Die Kirche ist sehenswert. Ich habe das Glück, dass der Pfarrer und einige Gemeindemitglieder gerade für die Ostermesse mit Gesang und Instrumenten probten.
Madonna in der Notre-Dame de Blecourt
Den Umweg über den etwas zerfallenen Bildstock, der vor Lescheres-sur-le-Blaiseron ausgeschildert ist, kann man sich getrost sparen.
Die Tour besteht weitestgehend aus geteerten, manchmal auch geschotterten Wegen und Straßen. Das ist zwar nicht immer angenehm, ich bin aber recht flott am Ziel in Ambonville angelangt.
Schon auf der Landstraße fragt mich ein Autofahrer, ob er mich mitnehmen könne. Wie sich herausstellt ist er der Bruder von Pater Pascal Leseur, dem Betreiber der Pilgerherberge in Ambonville. Diese Herberge soll auch mein heutiges Ziel sein.
Noch unkomplizierter kann eine Pilgerherberge nicht sein: Ich belege eines der Zimmer, unterhalte mich kurz mit zwei Pilgerinnen aus Köln und mache mir ein kleines Abendessen. Alles was wissenswert ist, ist auf verschiedenen Sprachen ausgehängt. Die Spende für die Übernachtung geht einfach in den Briefkasten am Haus.
Pilgerherberge in Ambonville
Es fehlt nicht an Lebensmitteln und Büchern, so daß man dort durchaus einen Regentag verbringen könnte.

2. + 3.  Etappe: Ambonville - Colombey-les-deux-eglises - Clairvaux (21.4.2019 (Ostersonntag))

Gut erholt erscheinen mir die 17 Kilometer nach Colombey-les-deux-eglises zu wenig für den schönen Tag und ich beschließe die knapp 14 Kilometer bis Clairvaux gleich noch hinten dran zu hängen. Die Landschaft ist gekennzeichnet von sanften Hügeln mit grobem Kalksteingeröll in den höheren Lagen. In der Morgenkühle ist die Strecke auf Teer- und Schotterwegen leicht bis zur Mittagszeit zu bewältigen.
Auf der Wiese bei Notre-Dame-des-Otages unweit des De Gaulle Museums kühle ich meine heißen Füße und und genieße mein Mittagessen.
Tafel auf dem Friedhof von Colombey-les-deux-eglises
Hier auf dem städtischen Friedhof liegt Charles De Gaulle begraben. Sein Grab ist gut besucht und zahlreiche Tafeln verschiedenster Gruppen zeigen ein sehr lebendiges Andenken.
Der weitere Weg nach Clairvaux führt einen endlos erscheinenden Waldweg entlang, auf dem es recht angenehm voran geht. Die 14 Kilometer sind flott zurückgelegt.
Blick zurück auf das Lothringische Kreuz
Entsprechend schnell ist Clairvaux, und damit die seit der Französischen Revolution als Gefängnis umgenutzte Abtei erreicht. Der öffentlich zugängliche Teil ist sehr schön renoviert, die Gefängnisgebäude befinden sich in einem zumindest äußerlich unglaublich desolaten Zustand.
Der "schöne" Teil des Klosters in Clairvaux
In der Tourist-Info erfahre ich, dass man die Abtei besichtigen kann. Das bezieht einen Teil des Gefängnisses mit ein, weshalb man seinen Ausweis hinterlegen muss. Leider gibt es an diesem Sonntag keine Führung mehr und am nächsten Morgen auf die Führung zu warten wäre mir zu spät geworden. Es wäre sicherlich interessant gewesen diesen Schauplatz von Victor Hugos Kurzgeschichte „Claude Gueuex“ zu besuchen. Rein äußerlich hat sich an der Atmosphäre nicht viel geändert.
Leider gibt es die Unterkunft bei den Schwestern, die sich um die Angehörigen der Strafgefangenen kümmerten nicht mehr. Einen Laden für Wasser / Lebensmittel kann ich nicht finden. Das Wasser wird morgen voraussichtlich knapp werden.
Da das Wetter stabil zu bleiben verspricht, suche ich mir ein Stück hinter Clairvaux ein schönes Plätzchen für meinen Schlafsack im Wald.
Aussicht aus meinem Schlafsack
Später, als die Sterne am Himmel erscheinen, steht der "Kleine Bär / Wagen" fast direkt über mir. Die Nacht ist ruhig, und trotz des sternklaren Himmels nicht zu kalt.

4. Etappe Clairvaux - Essoyes (22.4.2019 Ostermontag)

Gegen acht Uhr habe ich meinen Rucksack schon wieder gepackt und weiter geht es in Richtung Essoyes. Die Streckenlänge von etwa 23 Kilometern führt mich in die Champagne, auch wenn es in der ersten Tageshälfte noch keine Weinberge zu sehen gibt.
Noch keine Weinberge zu sehen. Hier beginnt die Champagne.
In der offenen Vorhalle der Kirche vor Champignol-lez-Mondeville könnte eine ganze Pilgergruppe lagern. Leider ist die Kirche selbst verschlossen. Ein guter Platz für die Mittagspause und um den Tau der Nacht aus der Ausrüstung zu lüften.
Die Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist leider geschlossen

Tatsächlich kommen aber bald die Weinberge in Sicht. Erstaunlich auf dem steinigen Boden. Die Winzer kümmen sich mit spürbarer Begeisterung um ihre Rebstöcke. Das bin ich so von unseren stets jammernden Winzern nicht gewohnt. In Essoyes liegt Auguste Renoir begraben, der auch die Hauptattraktion der netten, kleinen Ortschaft darstellt. Sein Haus, das Teil eines Museums ist, ist bereits geschlossen. Ein Besuch an seinem Grab ist trotzdem obligatorisch.
Grab von Renoir

Überall im Ort hängen verblichene Drucke seiner Bilder an den Häusern, einige Akzente im Stadtbild, wie rießige Farbtuben erinnern an den Sohn der Stadt.
Das Wetter soll die Nacht über noch gut bleiben, so daß ich beim WoMo Stellplatz hinter einem Picknicktisch meine Isomatte ausrollen kann und eine ruhige Nacht verbringe. Zwei Pilger, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind helfen mir mit Wasser aus. Ich werde den beiden im weiteren Verlauf der Wanderung noch oft begegnen.

5. Etappe Essoyes - Les Riceys (23.4.2019)

Am vierten Tag melden sich bei mir gerne die Füße und verlangen nach einer Pause um sich etwas zu regenerieren. Da kommt mir die mit 17 Kilometern nur moderat lange Strecke nach Les Riceys (es gibt drei Riceys, daher der Name) sehr gelegen. Die Strecke hat ein paar Steigungen und führt abwechslungsreich durch Felder, Wälder oder Weinberge. Sie überquert im schönen Weinort Gye-sur-Seine die Seine.
An der Seine
In Les Riceys fallen die ersten Regentropfen, und obwohl es am Stauwehr eine Schutzhütte gibt, die problemlos für die Nacht ausreichen würde, finde ich als einziger Gast Unterkunft im sehr schlichten, aber angenehmen "Gite Communal". Den Schlüssel bekomme ich gegen eine geringe Gebühr im direkt benachbarten Rathaus, in dem ein reger Besucherverkehr herrscht.
Wohltuend schlicht ist die Atmosphäre im Gite Communal in Les Riceys
Nachdem ich für eine halbe Stunde die Beine hochgelegt hatte, treffe ich die beiden WoMo Pilgern, die ich am Vortag auf dem Weg nach Essoyes kennengelernt hatte. Nach einem Cappuccino (ist lecker und gibt Energie) aus der Wohnmobilküche machen wir uns gemeinsam auf den Weg die Ortschaft zu erkunden und kaufen im kleinen Supermarkt ein.
Les Riceys hat mit seinen drei Kirchen und einigen Kapellen ein ernstes Instandhaltungsproblem. Während viele kleinere Ortschaften offensichtlich um den Erhalt ihrer Kirchen kämpfen, trifft es Les Riceys dreifach hart.
Die Eglise Saint Jean Baptiste wird mit Mühe vor dem Zerfall bewahrt.
Die Kirche Saint Jean Baptiste ist geschlossen und nur provisorisch gegen weiteren Zerfall gesichert. Nach dem Besuch der sehr bescheidenen kleinen Jakobskapelle am Waldrand östlich des Ortes ziehe ich mich in mein Zimmer zurück.

6. Etappe: Les Riceys - Etourvy (24.4.2019)

Da das Rathaus um 8 Uhr schon öffnet, kann ich den Schlüssel abgeben und mich sofort auf den Weg machen. Die Strecke wird letztendlich mit 25 Kilometern etwas länger werden als geplant.
Der Jakobsweg führt sehr angenehm durch Wälder und Wiesen.
Ein schwarzer Panther!
Im Laufe des Tages verschlechtert sich das Wetter und der Geruch des Windes kündet vom nahenden Regen. Doch ich habe Glück und ich kann den heftigsten Regenguß an die Wand einer Scheune gepresst vorüber gehen lassen ohne gänzlich durchnässt zu werden.
In Etourvy hatte ich geplant in der Pilgerherberge von Ingeborg Crum zu übernachten. Der Rasen dort ist gepflegt, die Hühner gackern im Stall. Nichts deutetet darauf hin, daß sie Anfang August 2018 verstorben war.
An der Herberge in Etourvy
Wenn jemand nähere Informationen hat ob diese Herberge weiter betrieben wird, bitte eine kurze Nachricht in den Kommentaren hinterlassen.
Alternativ hätte es noch das "Foyer Rural de grand Secteur" als Unterkunft gegeben. Da ich aber noch genügend Wasser bei mir trage, kann ich die Nacht auch problemlos irgendwo entlang der Strecke verbringen. Etwa zwei Kilometer nach Etoutvy steht eine romantisch anmutende, steinerne Schutzhütte am Wegrand.
Äußerlich sehr nett
Die Strasse, die an der Hütte vorbei führt, ist ist recht ruhig. In der Nacht komen zwei oder drei Fahrzeuge vorbei gefahren. Durch die dicken Wände ist der Innenraum recht klein. Eine Wellblechtafel, die in der Hütte stand, passt aber diagonal auf den Boden. Kein ganz schlechter Schlafplatz, aber nicht jedermanns Geschmack.
Innen nur Wellblechmatratzen und Mäuse

7. Etappe: Etourvy - Tonnerre (25.4.2019)

Schon bald am nächsten Morgen komme ich in Mélisey am La Maison du Sabotier (Schuhmacherhaus / The Shoemaker's house) vorbei. Das Shoemakers House macht einen netten Eindruck und hätte sicherlich mehr Komfort und weniger Mäuse geboten als die Schutzhütte.
The Shoemaker's house - Melisey
An der Tür hängt ein Zettel mit Hinweisen welche der Nachbarn einen Schlüssel für die Unterkunft haben. Für Pilger, die eigentlich bei Frau Crum übernachten wollten, und die ca. 7 Kilometer nicht scheuen ist das eine gute Alternative.
Hier bekommt man den Schlüssel
Das schlechte Wetter raubt der eigentlich sehr schönen Strecke etwas den Charme und ich bin ganz froh den kleinen Umweg über den Supermarkt bei Epineuil nehmen zu können. Im klimatisierten Supermarkt trocknen die Kleider recht schnell. Da meine Wasservorräte schon wieder weitgehend aufgebraucht  und die Vorräte aufgezehrt sind ein lohnender Abstecher.
Eine Bank im Eingangbereich lädt zur Rast mit Ausblick auf den verregneten Parkplatz ein.
Vom Supermarkt ist es nicht weit bis Tonnerre. Die Pilgerunterkunft im Gebäude der Pfadfinder ist nicht schwer zu finden. Den Code für die Türen erhält man bei der Touri-Info gegen eine kleine Gebühr. Die Unterkunft selbst hat zwei Betten, ist nicht im besten Zustand und riecht etwas streng. Bei besserem Wetter hätte ich den Schuppen gegenüber der Herberge vorgezogen.
Pilgerunterkunft in Tonnerre
Im Laufe des Abends hört der Regen auf und ich kann den Ort und die Kirche besichtigen. Hier sind die Renovierungsarbeiten fast abgeschlossen, und selbst die Jugend hatte sich tatkräftig an den Arbeiten beteiligt. Der Ort hat einige Sehenswürdigkeiten. Leider ist das von Margarete von Burgund gestiftete Hotel Dieu schon geschlossen. Die Fosse Dionne, eine beeindruckende Karstquelle, die im 18. Jahrhundert mit einem Waschhaus umbaut wurde ist auch unbedingt sehenswert.
La Fosse Dionne -  nach der Quellgöttin Divona benannt
An einigen Stellen zeigt sich noch der verbleichende Glanz einer nicht ganz so weit zurückliegenden Zeit. Immerhin sind die Bemühungen sichtbar die kulturellen Schätze zu bewahren.
Am nächsten Morgen ist der Regen des vergangenen Tages vergessen und die Kleider getrocknet.
Die Touri Info und ein leerstehendes Cafe
Tonnerre wäre auch im Rahmen eines Frankreichurlaubs eine lohnende Station für einen oder zwei Tage.

8. Etappe: Tonnerre - Chablis (26.4.2019)

Eine schönere Wanderung als diese Etappe ist kaum vorstellbar. Es geht nach einem herzhaften Anstieg über Wiesen und Wälder durch ein wunderschönes Hochtal.
Ideale Wanderbedingungen
Viel zu schnell ist nach knapp 20 Kilometern Chablis erreicht. Der Campingplatz vor dem Ort ist jetzt noch geschlossen, die Vorbereitungen für die Saison laufen aber schon. Dann ein kleiner Kulturschock: Hier trifft mein bislang so einsamer Weg auf die Strecke der Pilger, die aus Luxemburg, Belgien und den Niederlanden kommen. Ein großes "Hallo" schon am Cafe am Ortseingang. Dementsprechend hat die Pilgerherberge ein paar Betten mehr, auch wenn die Mehrzahl der Pilger Plätze in den Hotels vorgebucht hatten.
Dazu tummeln sich auf den Bürgersteigen noch Touristen mit großen und kleinen Weinpaketen in den Händen. Der ganze Ort ist sehr aufgeräumt, stellenweise fast steril.
Weingut in Chablis

9. Etappe: Chablis - Auxerre (27.4.2019)

Leichten Herzens mache ich mich am Morgen wasserdicht, um den Weg nach Auxerre einzuschlagen. Die Pilger aus den Niederlanden nehmen von hier direkt die Abkürzung nach Cravant. Das spart etwa eine Tagesetappe. Ich hatte mir diesen Tag als Puffer eingeplant. Da ich aber gut voran gekommen war, spricht nichts gegen die Wanderung nach Auxerre.
Der Weg aus Chablis führt durch die Weinlage "1ere Cru". Hatte ich schon in anderen Orten den Eindruck, dass sich die Winzer rührend um ihre Pflanzen kümmern, so übertreffen die Winzer in Chablis alles bisher gesehene. Jede Pflanze wird individuell betreut.

Blick zurück nach Chablis:
Alles ordentlich und sauber, auch im Weinberg.
Bei dem durchwachsenen Wetter sind die 25 Kilometer nach Auxerre kein richtiger Genuss, aber ich komme gut voran. Mittlerweile haben sich die Füße an das Wandern sehr gut gewöhnt und es wandert sich leichtfüßig. Es zeichnet sich ab, dass das Maison des Randonneurs wegen einer Veranstaltung des Alpenvereins komplett belegt sein würde. Bei dem Wetter nicht gut, da ich entlang des Weges keine geeignete Hütte oder Scheune für die Nacht finde.
Ich habe noch die Telefonnummer eines Mannes, der gelegentlich Pilger aufnimmt, aber erreiche ihn nicht.
Ich treffe auf einen Becher Cappuccino noch die WoMo Pilger Andrea und Frank und versuche mein Glück bei der Herberge. Die nette Dame am Empfang ist sehr hilfsbereit und versucht mir eine preiswerte Unterkunft zu vermitteln. Doch in meiner Preisklasse ist nichts verfügbar. Gerade wende ich mich zum gehen, als ein Herr die Rezeption betritt und sich suchend umsiegt.
Was für ein Glücksfall: Meine Frau (die perfekt Französisch spricht) hatte schon früher am Tag mit dem Besitzer der Herberge gesprochen, der sich um eine Unterkunft für mich gekümmert hat. Der Freund, der üblicherweise die überzähligen Pilger aufnimmt (und dessen Telefonnummer ich probiert hatte), ist im Krankenhaus. Der Herbergsvater hatte aber einen anderen Freund kontaktiert und ihm meine Telefonnummer gegeben, die aber einen Fehler enthielt. Die Dame am Empfang wusste von alldem nichts, zählte aber schnell zwei und zwei zusammen und wenige Minuten später sitze ich im Auto eines wildfremden Menschen auf dem Weg in einen der Vororte Auxerres.
Es sollte eine der schönsten Begegnungen der Reise werden:
Eine warme Dusche, ein hervorragendes Abendessen, interessante Gespräche und ein kuschliges Bett nach einem verregneten Wandertag.

10. Etappe: Auxerre - Cravant (28.4.2019)

So ein Bett und ein ausgiebiges Frühstück sind schon etwas feines. Philippe bricht schon früh mit dem Alpenverein zu einer Wanderung nach Vezelay auf.
Mmmmmh... Lecker!
Sylvi fährt mich nach Auxerre zur Kathedrale, von wo ich bei bestem Wanderwetter in Richtung Cravant aufbreche. Die Strecke führt über knapp 20 Kilometer an der Yonne entlang und verläuft so flach und gleichmäßig, dass ich schon nach gut dreieinhalb Stunden am Ziel bin. Dank des reichhaltigen Frühstücks habe ich noch nicht einmal das Bedürfnis nach einem Mittagessen.
Leider war die Kirche in Cravant geschlossen
Hier fließt die Cure in die Yonne. Der weitere Weg folgt der Cure.

11. Etappe: Cravant - Arcy (auch 28.4.2019)

Der Weg wird nach Cravant wieder etwas interessanter. Vom Waldweg oberhalb der Cure hat man einen schönen Blick auf die Abbaye de Reigny, die aber für mich leider auf der falschen Seite des Flusses liegt.
Abbaye de Reigny
In Cravant trifft der Weg der Pilger aus den Niederlanden wieder auf meine Strecke, das macht sich auch in der besseren Beschilderung bemerkbar.
Der Weg bietet noch Wandervergnügen für ein paar Jahre.
Am frühen Abend komme ich nach nochmals ca 13 Kilometern Wegstrecke in Acy sur Cure an, wandere aber direkt weiter zu den Höhlen, wo ich hoffe einen trockenen Schlafplatz zu finden. Der Tag war wechselhaft gewesen, der Boden etwas feucht und stellenweise matschig.
Wenige Kilometer hinter Arcy liegen die Grotten, in deren größter einige rund 30.000 Jahre alte Felszeichnungen zu besichtigen sind.
Das Tor, das um die späte Stunde den Weg zu den Höhlen versperrt stellt für den entschlossenen Wanderer kein nennenswertes Hindernis dar. Tatsächlich sind die kleineren Höhlen frei zugänglich, die höher gelegenen auch völlig trocken. Ein herrlich ruhiger Ort um den Abend zu verbringen und mein Nachtlager einzurichten.
Schlafplatz im Höhleneingang
Ich schlafe hervorragend, was sicherlich auch den knapp 40 Kilometern Wegstrecke geschuldet ist. Ich möchte jedem eine Übernachtung in einer Höhle sehr empfehlen.

12. Etappe: Grottes d'Arcy - Vezelay (29.4. / 30.4.2019)

Natürlich kann ich mir die Besichtigung der großen Höhle nicht entgehen lassen.
Trotz gelegentlicher Schauer war es schön trocken in der Höhle
Am Morgen kommen Andrea und Frank, die WoMo Pilger, um ebenfalls die Höhlenzeichnungen zu besichtigen. Da sie zu früh da sind, reicht es noch einen gemütlichen Cappuccino. Leider dürfen in der Höhle keine Fotos gemacht werden.
Erst um die Mittagszeit herum mache ich mich wieder auf den Weg, und hätte auch vollends nach Vezelay pilgern können, womit ich einen Tag zu früh da wäre.
Rapsfeld an der D206
Vorräte habe ich noch genug aus Auxerre, und so mache ich mir einen extrem gemütlichen Wandertag und baue recht früh im Wald vor Le Vau Donjon mein Nachtlager.
Rückblickend hätte ich noch locker Zeit gehabt einen Abstecher zum "Champ Antique de Cora" zu machen,
Lager für eine trockene Nacht unweit des Weges
Am nächsten Morgen kommt mir die Morgenkühle sehr gelegen, denn es gibt ein paar Steigungen zu überwinden. Die Basilika auf dem Hügel ist schon schon bald im Morgendunst zu erkennen.
Am Horizont taucht die Basilika auf
Noch vor dem Mittag habe ich den Hügel erklommen und finde die Kirche und insbesondere das Portal verhüllt vor. Der Innenraum der Basilika ist in sehr gutem Zustand. Den Stempel für den Pilgerausweiß bekommt man bei der Dame am Info-Ständchen. Alternativ dazu auch beim Centre Sainte Madeleine, wo ich schon zur Mittagsteit ein Bett im Schlafsaal belegen kann.
Centre Sainte Madeleine - Vezelay
Ich verbringe einen angenehmen Tag in dem netten Dörfchen. Die Aussicht von der Fläche hinter der Kirche ist großartig, der Ort selbst sehr gut für den Besuch von Touristen eingerichtet. Es gibt einen kleinen Lebensmittelladen und einen leckeren Bäcker. So ist das Abendessen und der Proviant für die Heimfahrt gesichert.
Am Abend besuche ich noch die Messe. Eine angenehme Atmosphäre.

13. Etappe: Vezelay - Sermizelles Bahnhof (1.5.2019)

Diese Etappe gehört nicht zum Jakobsweg, aber zu meiner Wanderung und daher auch ins Blog.
Noch im Morgengrauen mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Andere Pilger nehmen dafür den Bus nach Avallon. Angesichts der überschaubaren Strecke von knapp 9 Kilometern und der Tatsache, dass der Zug erst kurz vor 10h abfährtr ist es aber kein Problem zu Fuß zum Bahnhof zu kommen.
Die Dorfstrasse von Vezelay im Morgennebel
Aus dem verschlafenen Dorf, vorbei an der Basilika im Morgendunst den Hügel hinab zu steigen ist ein schönes Erlebnis. Tatsächlich gestaltet sich die Strecke entlang der Landstraße unproblematisch und ich komme weit zu früh am Bahnhof an.


Die Strecke führt mit Regionalbahn, TGV und S-Bahn völlig störungsfrei über Paris und Karlsruhe zurück nach Heilbronn.
Und jetzt freue ich mich schon auf die Fortsetzung im kommenden Jahr (2020).

Mittwoch, 11. Juli 2018

Vierte Wanderung 2018: Metz - Joinville

Vierte Wanderung von Metz nach Joinville

Planung

Meine Pilgerwanderung für das Jahr 2018 kann ich dank langfristiger Planung sehr schön vorbereiten. Die Rahmenbedingungen gibt die Möglichkeit der Rückreise mit der Bahn vor. Nach Metz gibt es zwar einige Bahnhöfe, nach Toul liegt erst in Joinville wieder ein Bahnhof auf der Strecke. Bucht man einige Wochen im Voraus, bekommt man sehr preiswert Tickets bei der Französischen Bahn.

Waschhaus von Vaucouleurs
Die Streckenführung entspricht weitestgehend dem Vorschlag des Wanderführers "Outdoor Deutschland Frankreich: Jakobsweg Trier - Vezelay" aus dem Conrad-Stein Verlag. Außerdem ist dieser GPS-Track von "Wanderflotsch" gelegentlich recht hilfreich.

Route 2018 Metz - Joinville (mit Varianten)
Da ich in der ersten Woche der Pingstferien im Mai 2018 genügend Wandertage zur Verfügung habe, kann ich mit sehr moderaten 20 Kilometern pro Tag planen. Besinnung und Erholung sollte nicht zu kurz kommen. Die Wegstrecke liegt bei etwa 150 km.

Übernachtung in Metz

Bedingt durch den schon beinahe obligatorischen Streik der Eisenbahner in Frankreich komme ich nach einem abenteuerlichen Ritt mit dem Schienenersatzverkehr viel zu spät am Freitagabend bei der Association Carrefour in Metz an. Die Jugendherberge an der Mosel war schon lange restlos ausverkauft, daher habe ich bei der Jugendherberge der Association Carrefour reserviert. Umso mehr verwunderte mich, dass nur zwei Gäste während der knapp bemessenen Frühstückszeit im Speisesaal sind.

Erste Etappe: Von Metz nach Arnaville

Der Weg entlang der Mosel zieht sich über mehrere Kilometer durch die Wohnviertel und Industriegebiete. Auf dem befestigten Damm kommt man schnell voran, der Weg ist nicht perfekt ausgeschildert, mit Buch und GPS-Track geht es aber problemlos.
Den Weg durch die Städte zu finden, empfinde ich als wesentlich schwieriger als die Orientierung in der Natur. Entlang der Mosel und später parallel am Berghang ist die Strecke leicht und angenehm zu gehen.
Das Ziel, Arnaville, ist knapp 20 Kilometer entfernt und entsprechend flott erreicht. Die Bewohner des Hauses direkt gegenüber dem Durchgangsbogen sprechen Deutsch: Folgt man der Hauptstraße nach rechts, anstatt durch den Durchgang zu gehen, kommt man nach etwa 150 Metern zu einem Tabak- und Zeitschriftenladen, der auch Wasser, Brot und leckere Pasteten verkauft.
Direkt links davon ist eine überdachte Bushaltestelle, die als Schutz gegen Sonne und Regen dienen kann.
Zur Übernachtung finde ich eine schön gelegene Streuobstwiese an einem Waldrand etwas abseits der Strecke.
Übernachtung bei Arnaville

2. Etappe: Von Arnaville nach Dieulouard

Die heutige Strecke führt fast durchgehend an der Mosel entlang. Zunächst auf einem Damm durch die Auenwälder im Schatten der Bäume. Es geht sich weich und angenehm. Im weiteren Verlauf wird die Lanschaft dann offener und weniger geschützt. Um meine Vorräte zu ergänzen folge ich der Mosel bis hinein nach Pont-a-Mousson. Am zentralen Platz nach der Brücke gibt es einen kleinen Supermarkt. Die Strecke aus der Stadt heraus zieht sich dann recht lange entlang der Straße, bis sie nach Jezainville wieder ruhiger wird. In Dieulouard sind alle Geschäfte geschlossen, so ziehe ich weiter, bis ich im Wald zu einer Hütte der Jägervereinigung komme. Angesichts des etwas zweifelhaften Wetters der ideale Ort den Tag ausklingen zu lassen. Hinter der Hütte gibt es ein Vordach, unter dem es genug Platz zum Übernachten für zwei bis drei Personen gibt.

3. Etappe: Von Dieulouard nach Toul

Bei strahlendem Sonnenschein geht es am nächsten Tag weiter in Richtung Toul. Nach Saizerais nehme ich, um der gut befahrenen Landstraße auszuweichen, den Weg links der Straße zu einem großen Reiterhof und daran rechts vorbei, um durch den Wald nach Liverdun zu gelangen.
Dort werden gerade die Reste des Mittelalterfests vom Wochenende aufgeräumt. Eine sehr schöne Atmosphäre.
In der Altstadt gibt es leider keinen Lebensmittelladen. Es führen aber Treppen hinunter zum Bahnhof, in dessen Nähe es einen kleinen Supermarkt gibt, wo ich meine Vorräte ergänzen kann.
Liverdun
Nach Liverdun ist der Weg bis zum Stauwehr neu als Radwanderweg ausgebaut. Vor dem Wehr zweigt der Jakobsweg rechts von der Straße ab, um eine längere Strecke durch einen schönen Wald zu führen. An dessen Ende liegt, an einem Ausläufer der Mosel, das Restaurant "Le Pavillon Bleu". Dort ist aber an dem schönen Tag ein so unglaublicher Rummel, daß ich schnell weiter ziehe.
In Villey-Saint-Etienne treffe ich erstmals einen anderen Jakobspilger, dessen Frau uns aus dem Kofferraum mit Getränken versorgt. Gemeinsam wanderten wir weiter bis zu den Festungsanlagen im Wald vor Toul. Dort trennen sich unsere Wege wieder, weil ich mir die Zeit nehme die alten Anlagen anzusehen.
Warnschild vor Toul
Die Sperranlagen, die im Wald noch verteilt sind, haben mit den Jahrzehnten nichts von Ihrer Wirksamkeit verloren. Die Wege zu den Bunkeranlagen sind zwar sicher, gerade in der nordöstlichen Hälfte des Waldes sollte man die Wege nicht verlassen. Im Wald ist es feucht bis sumpfig, Stechmücken plagen den Pilger. Ich übernachte kurz vor dem Reiterhof am Ende des Waldes. Obwohl die Stelle einigermaßen trocken schien, habe ich in der Nacht mit Stechmücken und schleimigen Schnecken (sogar im Schlafsack) zu kämpfen.

4. Etappe: Von Toul nach Chalaines

Nicht ganz optimal ausgeschlafen macht ich mich auf den Weg die Kathedrale von Toul zu besichtigen, die aber am frühen Morgen noch geschlossen hat. In Toul herrscht kein Mangel an leckeren Bäckern und kleinen Supermärkten, so fülle ich zuerst meine Vorräte wieder auf, um dann zur Kathedrale zurück zu kehren. Sehr schön ist auch der Kreuzgang im Südwesten der Kathedrale.
Kreuzgang in Toul
Der Weg aus Toul heraus ist gut ausgeschildert und führt hinter Choloy-Ménillot durch einen weitläufigen Wald. Eine große Schutzhütte links des Weges kurz nach Choloy-Ménillot möchte ich nicht unerwähnt lassen. Müden oder nassen Pilgern könnte sie sehr nützlich sein. Auf dem Friedhof, bei der charmanten Dorfkirche von Rigny-Saint-Martin, ist ein Wasserhahn, der Trinkwasser liefert. Ein Zettel in der Kirche bezeugt, dass davon schon viele Pilger profitiert hatten.
Über eine karge Hochebene zieht sich der Weg weiter. In einer Scheune finde ich Schutz vor einem Gewitter mit kurzem, aber kräftigen Regen.
Was ich auch finde, ist sehr herzliche Aufnahme bei Pascale Mangin und ihrem Mann in ihrer Pilgerherberge direkt am Weg. Kaum sprach mich ein Nachbar angesprochen, daß Pascale gerade im Stall sei, da kommt sie schon im Overall auf dem Fahrrad angeradelt.
Frisch geduscht und guter Dinge mache ich mit auf den Weg nach Vaucouleurs um die empfohlene Pizza zu genießen. Satt und zufrieden hole ich den in der letzten Nacht verpassten Schlaf nach.

5. Etappe: Von Chalaines nach Gondrecourt-le-Château

Mit frisch gewaschenen Kleidern darf ich mir am Frühstückstisch der Familie sogar noch ein paar Brote für unterwegs schmieren. Sauber und erholt verlasse ich den gastlichen Ort um mich wieder auf den Weg nach Vaucouleurs zu machen.

Die Jungfrau zu Pferde
Nach dem Besuch am Reiterstandbild der Jeane d'Arc und dem obligatorischen Selfie an der Porte de France geht es durch den Wald vorbei an Montigny-lés-Vaucouleurs. Der dann folgende Abschnitt durch den Wald hat ein paar navigatorische Tücken. Dank der Gaia GPS App auf dem Smartphone finde ich einen ordentlichen Weg aus dem Wald heraus.
Der Himmel ist etwas verhangen, und so komme ich ohne viel zu schwitzen in das schöne Dörfchen Abainville, wo ich im renovierten Waschhaus eine Pause einlege. Am Nachmittag ist dann das Tagesziel erreicht. In Gondrecourt-le-Château gibt es einen gut sortieren Supermarkt, außerdem einen Parkplatz für Wohnmobile. Dort gibt es in der Regel auch Trinkwasser. Für die Nacht mache ich es mir nach Einbruch der Dunkelheit auf der überdachten Terrasse der örtlichen Stadtbücherei bequem. Nur ein paar Enten stören die nächtliche Ruhe.

6. Etappe: Von Condrecourt-le-Château nach Gillaumé

Im Supermarkt kaufe ich am Morgen noch genügend Essen und Wasser für zwei Tage. Vor Joinville gibt es keine Möglichkeit mehr Wasser oder Essen zu bekommen.
Ich folge bestmöglich der im Pilgerführer beschriebenen Strecke, verpasse aber irgendwo eine Abzweigung und bin daher viel auf der Straße unterwegs. Das ist vielleicht auch gut so, denn ich komme schnell voran und kann einigen durchziehenden Gewittern ausweichen.
Wichtig: täglich den Schlafsack trocknen
Da für die Nacht Regen angesagt ist, wählte ich das Waschhaus von Gillaumé als nächsten Übernachtunsplatz. Im Laufe des Abends trocknet es aber ab, ich nutze Tisch und Bank für ein ausgiebiges Abendessen, um dann auf der gepflegten Wiese hinter dem Waschhäuschen mein Nachtlager zu bereiten. Keiner der sehr rührigen Bewohner des kleinen Dorfes nimmt daran Anstoß.

7. Etappe: Von Gillaumé nach Joinville

Bei bestem Wetter packe ich am frühen Morgen meinen Rucksack, um mich zur vermutlich letzten Tagesetappe für dieses Jahr aufzumachen. Ein kurzes Frühstück auf dem sonnigen Bänkchen auf der Wiese und frisch weiter gepilgert. Die kleine Dorfkirche ist, wie einige der Kirchen am Wegesrand, leider verschlossen.
Der Weg verläuft weiter auf der Hochebene, oft in der Sonne. Am See vor Pansey kann man gut an den überdachten Grillstellen rasten. Das Tor ist nicht abgeschlossen, die Angler haben nichts gegen rastende Wanderer.
Es gibt nur wenige Passagen am oder im Wald. Die im Buch beschriebene Abzweigung bei der Farm La Houpette verpasse ich und muss zurück als ich meinen Irrtum erkenne. Schon beim Abstieg nach Thonnance-lés-Joinville wird die Gegend belebter. Der Weg an der Marne wird von Radlern, Wanderern und Joggern genutzt. Am nordwestlichen Ausläufer von Joinville gibt es einen großen Supermarkt. Gestärkt und wieder mit genügend Wasser versehen mache ich mich auf den Weg zur Kirche. Der Ort ist recht hübsch und die Kirche ist eindrucksvoll, aber leider nicht in bestem Zustand.
In der Kathedrale von Joinville

Nach dem Besuch der Kirche suche ich nach dem Gemeindehaus, das angeblich unterhalb der Kirche liegen soll. Ein Ladenbesitzer, der gerade seine Fassade renovierte bemerkt mich und hilft mir den Pfarrer zu finden. Er bietet mir sogar an, ich könne in seinem Laden schlafen, falls wir den Pfarrer nicht fänden.
Der Pfarrer, der sich als Stephane vorstellt hat im Gemeindehaus zwei sehr schlichte Betten, eines in der Küche und eines im kleinen Gemeindesaal im Obergeschoss. Der verwilderte Pfarrgarten ist ein herrlicher Platz um ein Stündchen zu lesen und sich zu besinnen.
Pfarrgarten
Nach einer kurzen Dusche im Gästebad des Pfarrhauses, das auch als Abstellkammer dient, lege ich mich nach einem schlichten Abendessen schlafen.

Abreisetag

Gut ausgeschlafen treffe ich nach dem Frühstück Stephane. Mein Angebot den Rasen des Pfarrgartens zu mähen lehnt er dankend ab. Es sei schon jemand mit einem Freischneider bestellt um dem Wildwuchs Herr zu werden. Mit einer Spende für die Restaurierung seiner Evangelistenfiguren verlasse ich das Pfarrhaus um noch die gewünschten Reisemitbringsel für die Familie zu kaufen.
Trotz des noch andauernden Streiks bei der Bahn fährt mein Zug pünktlich am Bahnhof in Joinville ab.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Packliste Jakobsweg

Meine Packliste für den Jakobsweg

Diese Liste hat sich über Jahre hinweg entwickelt. Sie ist sehr individuell auf meine Art zu wandern angepasst. Das Ziel ist, für einige Tage komplett autark wandern zu können und trotzdem das nicht deutlich über 16 kg zu tragen.
Wer von Herberge zu Herberge wandert, kommt mit deutlich weniger Gewicht aus, belastet aber dafür seine Reisekasse mehr.
Weitere Infos und ein paar Bilder meiner Ausrüstung habe ich in diesem Artikel veröffentlicht.
Pilgermenue in der Waldhütte

Im Rucksack

  • Rucksack: Lowe Aplamayo 70+20 = 2500g
  • Regenschutz für Rucksack 50g
  • Isomatte: Thermarest Ultralite 700g
  • 2021 ersetzt gegen NeoAir Uberlite 340g
  • 2023 ersetzt gegen Exped 3E LW 560g
  • Schlafsack (Daune, von Highlight) 1600g
  • 2020 ersetzt gegen Helium 250 Long 720g
  • Plane: Woodlands Kommandoplane 1200g
  • 2020 Zelt: MSR Hubba Solo 1300g
  • Schnur: 50g (um ggf die Plane als Tarp aufspannen zu können)
  • Becher (Plastik)
  • Waschzeug 400g
  • Handtuch (schwammartiges Sporthandtuch) 50g
  • Unterhosen (je nach Bedarf)
  • Ersatzsocken (mindestens 1 Paar)
  • Fleecejacke 650g
  • Halstuch Merino 30g
  • Ersatz T-Shirt Merino 160g
  • Regenhose Goretex 275g
  • Jacke Outdoor 700g
    Preiswert von Decathlon
  • 2021 Regenponcho Sea-to-Summit UltraSil Nano 150g
  • ggf. Handschuhe
    alte, graue BW-Handschuhe aus Leder für die kalte Jahreszeit. Ich imprägniere die ganz dünn mit Sno seal.
  • Stofftaschentuch
  • Papiertaschentücher
  • Klopapier
  • Pflaster / Wund&Heilsalbe
  • Ersatzschuhe
    Leicht: Vibram Fivefingers in einer etwas stabileren Variante
  • iPod Nano
    Hervorragende Einschlafhilfe
  • Taschenlampe (diese hier)
    Klein, stabil, ausdauernd, aufladbar und nicht zu hell
  • Stirnlampe Nitecore NU20
  • Taschenmesser
    Das traditionelle Victorinox mit nicht zu vielen Funktionen.
  • Fahrtenmesser
    Aus Schweden: Arbeitsmesser - einfacher Karbonstahl, Gummigriff
    Muss regelmäßig geölt werden. Nicht schön, aber nützlich.
  • Nähzeug
  • iPhone
  • Ladegerät (QC3 von Blitzwolf)
  • Ladekabel Universal (so etwas wie das hier)
  • PowerBank (XiaoMi 200000mAH) von hier 
  • Tier-Abwehrspray (Klever/Ballistol)
  • Wasserdichter Packsack
  • Plastiktüten

Essen & Trinken

  • Soto Windmaster Stove. Passt in den Soto Titanium 750ml pot zusammen mit einer 100g Gaskartusche. Drum herum ein passendes "meal cozy".
  • 3 Einliterflaschen PET mit Wasser
    Die zerkratzten Pfandflaschen nach Ende der Reise einfach abgeben.
  • Kleine PET Flasche 0,33 bis 0,5 Liter hiermit befestigt
  • Brot (Vollkornwecken oder Pumpernickel)
  • Schinken, Käse, evtl auch Dosenwurst
  • Etwas Traubenzucker
  • Kekse

Am Körper

  • Hose Fjällräven Karl Zipp-Off 550g
  • Gürtel dazu
  • T-Shirt Merino 160g
  • Wanderstiefel Hanwag Alaska 2050g - Mit SnoSeal imprägniert
  • Hut (Baumwolle)
  • Wanderstöcke 600g (Teleskop)
  • Wenn es sehr kalt ist: Unterhemd aus Wolle&Seide

Ausrüstung für den Jakobsweg

Meine Ausrüstung

Alles was über Wasser und Lebensmittel hinaus geht, trägt man während der ganzen Wanderung mit sich herum. Man wird des unnötigen Krams im Rucksack schnell überdrüssig und so wurde mein Rucksack mit den Jahren immer leichter.
Hat man das nötige Kleingeld parat, kann man sich eine komplette Trekkingausrüstung mit unter 10kg zusammen stellen. Mit meinem Material komme ich auf ca 16kg, was für mich (regelmäßiger Läufer, 192cm groß) noch akzeptabel ist.

Mein Rucksack

Die Prioritäten

Drei Dinge sind in dieser Reihenfolge bei langen Wanderungen wichtig:
  • Wasser
  • Essen
  • Schafen
alles andere lässt sich improvisieren. An 3 Litern Wasser trägt man recht schwer. Essen ist da schon wesentlich einfacher, da es weniger Volumen als Wasser benötigt. Für mich funktionieren Vollkorn-Brote oder Pumpernickel super. Das Hungergefühl reguliert sich auf den langen Wanderungen sehr gut. Vorräte für 3-4 Tage sind nicht sehr voluminös.
Schlafen ist vor allem eine Preisfrage. Wer sich 50-100€ pro Nacht leisten möchte, der hat kaum Probleme jede Nacht unter einem festen Dach zu verbringen. Die einfachen Herbergen mit 20-30€ waren bis Joinville eher dünn gesät. Daher schlafe ich bevorzugt unter freiem Himmel, möglichst im Wald. Dazu finden sich auch Tipps im Blog verteilt.

Wasser

Ich transportiere mein Wasser in drei 1-Liter PET-Flaschen, von denen ich zwei in die Seitentaschen und eine im Rucksack mitführe. Diese Flaschen stecken bei mir sehr fest in den Seitentaschen. Daher habe ich ein 0.33 oder 0.5 Liter Fläschchen zusätzlich an einem billigen, kleinen Halter. Das Fläschchen muss allerdings gegen störendes Herumbaumeln gesichert werden.
In Deutschland ist es relativ leicht an gutes Trinkwasser zu kommen. In den dünn besiedelten Gegenden Frankreichs wird das aber sehr schnell zu einem großen Thema. Zumal das Oberflächenwasser dort auch nicht wirklich vertrauenerweckend wirkt. Bei Touren im Schwarzwald oder im Gebirge ist das einfacher.
Wenn es sehr kalt ist und die Temperatur des mitgeführten Trinkwassers sich dem Gefrierpunkt annähert, neige ich dazu zu wenig zu trinken. Die Folgen können sehr unangenehm sein.
Tipp: Trinkwasser findet man oft an den Übernachtungsplätzen für Wohnmobile.

Essen

Ich brauche erstaunlich wenig Essen auf meinen Wanderungen. Kocher und Geschirr habe ich mittlerweile zur Gewichtsersparnis weg gelassen. An Brot und Käse kommt man in Frankreich leicht. Aus Deutschland nehme ich einen kleinen Vorrat gehaltvoller Vollkornwecken mit, die für einige Tage reichen.

Rucksack

Mein Lowe Alpamayo 70+20 ist schon locker 20 Jahre alt und entspricht vermutlich nicht der neuesten Trekkingmode. Dafür ist er super stabil und es passt locker alles rein was ich brauche.
Da der Rucksack schon lange nicht mehr wasserdicht ist, gehört der Regenschutz mit zur Ausrüstung.
Auch im Rucksack ist vieles wasserdicht verpackt. Dazu reichen schon einfache Plastiktüten.
Den +20 Auszug brauche ich selten. Momentan werden Rucksäcke mit 65 (+20) Litern angeboten, das sollte ideal sein.

Stöcke

Es mag sein, daß Stöcke den Laufstil versauen, wie ich es vor Jahren von einem Bergführer gehört habe. Wenn ich mal 30km abgespult habe und die Füße schmerzen, interessiert mich so etwas wie Stil nicht.
Ich laufe mit sehr alten Leki Makalus. Carbon habe ich mir angesehen, habe aber Bedenken, weil sie angeblich bei Scherbelastungen brechen können. (Update: Für meine Körpergröße passend habe ich mir im Spätsommer 2019 die Leki Micro Vario Carbon Strong gekauft. - Ich werde berichten  Die Carbon-Stöcke sind super.)
Ich empfinde die Stöcke sowohl bergauf, als auch bergab als Erleichterung. Meine Knie werden spürbar geschont.

Schlafen

Bei sommerlichen Temperaturen ist das Schlafen unter freiem Himmel angenehm, wenn ein paar Voraussetzungen stimmen:
  • Der Schlafplatz muss eben sein. Der Schlafsack rutscht schon bei moderatem Gefälle auf der Isomatte abwärts und man ist die ganze Nacht damit beschäftigt wieder bergauf zu robben.
  • Einigermaßen frei von Stocken und Steinen, die das Liegen unangenehm machen.
  • Frei von Schnecken und Stechmücken (Lässt sich nicht immer sicherstellen. Schnecken im Schlafsack sind eine ziemliche Sauerei.)
  • Entfernt von stark frequentierten Grillstellen oder den örtlichen Gassistrecken der Hundebesitzer


Im Herbst ist die Tarnung nicht perfekt
Im einfachsten Fall benutze ich eine 2,20x3 Meter "Kommandoplane" mit "Woodlands" Print. Die Plane lege ich auf dem Boden aus, lege meine 20 Jahre alte, aber  noch gut erhaltene Thermarest Ultralight (oder Thermarest Ultralite ?) drauf und darauf den Schlafsack (Daunen. Von Highlight Ende der 90er gekauft). In direktem Kontakt mit dem Schafsack ist die Plane allerdings nicht wasserdicht. Bei Regen spanne ich eine zeltartige Konstruktion auf. Außerdem drückt das Gewicht der Plane die Daunen zusammen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt spürt man das deutlich.
Tipp: Auf Höhe des Gesäßes lege ich ein Stück einer alten Isomatte (Schaumstoff) unter. Das kompensiert die schlechtere Isolation, wenn die Hüftknochen durch die Thermarest auf den kalten Boden durchdrücken. Auch sonst leistet das Stück gute Dienste als Sitzunterlage.
Seit 2020 benutze ich ein kleines Zelt: MSR Hubba NX solo. Das wiegt so viel wie die alte Plane, ist aber absolut wasserdicht und schützt aber sehr gut vor Insekten. Nachteil: Auf- und Abbau dauern viel länger als einfach die Plane auf den Boden zu werfen. Wenn es kalt ist, ist das Überzelt außen und innen nass (Tau/Kondensation). Das zu trocknen dauert lange.
Seit 2021 habe ich einen leichteren Schlafsack: Mountain Equipment Helium 250. Toll leicht, aber bei Temperaturen unter 5 Grad wird es unangenehm kalt. Der Komfort-Bereich bis 7 Grad stimmt also. Sowohl im Herbst, als auch im Frühling gab es gelegentlich um die 0 Grad. Das ist schon unter dem "Komfort Limit" von 2 Grad. Die "Good night's sleep temperature" von 1 Grad kann ich gar nicht nachvollziehen. Da wäre mir oft der alte, schwerere Schlafsack lieber gewesen.
Um weiter Gewicht zu sparen hatte ich die alte Ultralite gegen eine Thermarest Uberlite getauscht. Auch da bin ich nicht 100% happy:
  • Das Aufblasen mit dem Pumpsack ist mühsam und langsam, besonders bei Regen im 1-Personen Zelt.
  • Wahrscheinlich aufgrund des großen Luftvolumens nimmt die Härte im Laufe der Nacht so weit ab, daß ich beim Aufsitzen auf den Boden durchdrücke. Wenn ich in der Abendsonne bei 20 Grad aufblase und die Temperatur dann auf ca. 5 Grad absinkt ist das nicht verwunderlich. Also muss ich einmal in der Nacht nachpumpen. In den Rezensionen wird auch immer wieder über Undichtigkeiten berichtet.
  • Die Isolation ist schlechter als erwartet. Ich schiebe immer noch ein dünnes Schaumstoff-Sitzkissen unter um den Nierenbereich warm zu halten. Wahrscheinlich wabert durch die Bewegung kalte Luft aus den Randbereichen unter den Körper.
  • Ich habe Bedenken das sehr dünne Material zu beschädigen und bin daher super vorsichtig. Im Wald gibt es immer irgendwo Dornen.
  • Das Einpacken dauert gefühlt ewig. Trotz des clever gemachten Ventils geht für das ordentliche Einpacken locker eine Viertelstunde drauf.
Die gewichtssparenden, komfortablen Neuerungen haben mich insgesamt bei Auf- und Abbau langsamer gemacht. Thermarest hat Anfang 2022 meine Reklamation als gerechtfertigt akzeptiert und den Kaufpreis zurückerstattet.
Seit 2023 bin ich auf die Exped Ultra 3R LW umgestiegen. Die passt exakt ins Zelt. Die Mumienform, die ich wegen des Gewichts bevorzugt hätte, war gerade nicht verfügbar. Die Matte ist spürbar wärmer als die Uberlite und hat eine angenehmere Oberfläche. Dafür hat die Matte ungefähr das doppelte Gewicht. 2024 habe ich das mit der Flextail Zero Pump ergänzt und lasse den Pumpsack jetzt daheim. Vom Gewicht her sind die Zero Pump und der Pumpsack praktisch identisch. Muss ich die Matte im Zelt aufblasen, ist das mit der Pumpe viel einfacher. Sie dürfte etwas mehr Druck machen, aber dieses Defizit lässt sich mit 1x pusten ausgleichen.

Kommunikation, Karten und die Energiefrage

Das Smartphone ersetzt mittlerweile inzwischen ein kleinen Rucksack voller Ausrüstungsgegenstände und macht das in den meisten Fällen ganz ordentlich.
Seit dem 15. Juni 2017 gibt es üblicherweise innerhalb der EU keine Roaminggebühren mehr. Damit steht auch das Datenvolumen für Internetverbindungen zumindest teilweise zur Verfügung.
Das erleichtert die Navigation erheblich, weil Kartenausschnitte, z.B. in Google Maps auch in der maximalen Detailstufe nachgeladen werden können.

  • Ich benutze gerne Gaia GPS (ohne das kostenpflichtige Abo) zur Navigation. Die kostenlosen Karten sind gut genug. Schön ist, dass man GPS-Tracks aus dem Internet importieren kann. Bei unklarer oder fehlender Beschilderung spart das einige Irrwege.
    Obwohl ich viele Kartenausschnitte vorab herunter geladen hatte, habe ich den Großteil meines 3GByte Datenvolumens für die App verbraucht.
    Ein echtes "Verirren" im traditionellen Sinne ist heute so gut wie unmöglich.
  • Mal eben nach den Öffnungszeiten des nächstgelegenen Supermarkts googeln oder das Mail mit der Buchungsbestätigung für die Jugendherberge vorlegen.
  • Bahnfahrkarten kaufen: Wenn man rechtzeitig bucht, bekommt man bei der französischen Bahn SNCF und der DB erstaunlich preiswerte Tickets.
    Ich benutze diese beiden Apps:
    OUI.sncf für Frankreich. Die App kennt auch die grenznahen Bahnhöfe in Deutschland.
    DB Navigator für Deutschland. 
  • Da mein Arbeitgeber mir regelmäßig ein aktuelles Handy, auch zur privaten Nutzung zur Verfügung stellt, ist auch die Kamera auf der Höhe der Zeit. Ich fotografiere nicht sehr viel, eine separate Kamera würde sich bei mir nicht lohnen.
Das alles braucht allerdings eine Menge Energie. Wenn man mehrere Tage keinen Zugang zu einer Steckdose hat, reicht die kleine PowerBank aus der Krabbelkiste beim Elektrodiscounter nicht aus. Die aufgedruckten technischen Daten scheinen oftmals frei erfunden zu sein. Nach mehreren Enttäuschungen bin ich nun mit dem chinesischen Edelhersteller XiaoMi vollkommen zufrieden. Ich hatte für einige Wanderungen eine ältere 16000mAh Power Bank (Aluminiumgehäuse), die ich Anfang 2018 gegen das unwesentlich schwerere Modell mit 20000mAh (stabiles Kunststoffgehäuse) getauscht habe. Das verschafft mir eine volle Woche Autonomie trotz intensiver Nutzung. Wegen der großen Kapazität reicht eine einzelne Übernachtung mit meinem normalen iPhone Lader (5 Watt) nicht um die PowerBank wieder voll zu laden. Da die PowerBank QC3 zur Schnellladung unterstützt, habe ich mir diesen 18Watt Lader dazu gekauft, der natürlich auch das iPhone lädt.
Energie Nachtanken in der Pilgerherberge in Chalaines

Später kam dann noch eine PowerBank dazu die zuhause nur "The Brick" heißt: 30.000mAh. Über 650g schwer, bekomme ich das iPhone ungefähr 10x geladen. Das muß schon gut überlegt sein, ob die in den Rucksack darf. 
Wer ohnehin täglich in einer Herberge übernachtet, der ist mit einer kleinen 5000mAh PowerBank der sicheren Seite und trägt nicht schwer.



Streckenplanung Heilbronn - Santiago de Compostela

Etappenübersicht Jakobsweg Heilbronn - Santiago de Compostela

Der grobe Plan sieht vor, von Heilbronn aus in Bad Wimpfen zum Jakobsweg Rothenburg-Speyer zu gelangen. Dann über den Pfälzischen und Saarländischen Jakobsweg die Kathedrale von Metz zu erreichen.
Für meine Pilgerwanderung wünsche ich mir ruhige, wenig begangene Strecken. Daher schlage ich den Weg nach Vezelay ein, um von dort aus den Weg der touristisch weniger erschlossenen Via Lemovicensis einzuschlagen.

Von Heilbronn nach Speyer

Die erste Etappe von 2015 über drei Tage von Heilbronn über Bad Wimpfen, Bad Rappenau, Sinsheim und St. Leon Roth nach Speyer habe ich hier beschrieben:
>>klick<<

Von Speyer zum Kloster Hornbach

Durch das flache Rheintal und den schönen Pfälzerwald ging es dann 2016 weiter bis zum Kloster in Hornbach.
>>klick<<

Von Hornbach nach Metz

Viel zu spät, im beginnenden Winter 2017 wanderte ich von Hornbach über St. Avold nach Metz.

Von Metz nach Joinville

Bei traumhaften Bedingungen durfte ich im Mai 2018 von Metz bis Joinville pilgern.

Von Joinville nach Vezelay

Ende April 2019, zur Osterzeit, war ich ganze zwölf erlebnisreiche Tage als Pilger unterwegs. In Vezelay erreichte ich den Startpunkt der Via Lemovicensis.
>>klick<<

Pandemiepilgern: Von Häslabronn nach Heilbronn

Reisen ist nicht möglich, so verlängere ich im Herbst 2020 meinen Weg rückwärts nach Häslabronn und wandere über Rothenburg und das Jagsttal nach Heilbrronn.

Von Vezelay nach Chateauroux

Im Oktober 2021 geht es auf der Via Lemovicensis weiter bis Chateauroux.

Von Chateauroux nach Limoges

Im Frühjahr 2022 folge ich dem Weg durch das ländliche Limousin >>klick<<

Pilger-Snack: Von Nürnberg nach Rothenburg odT

Im Spätsommer 2022 nochmal für vier Tage unterwegs >>klick<<

Dienstag, 3. Juli 2018

Jakobspilgern - Eine alte Idee

Von Heilbronn nach Santjago?

Es muss Anfang der 90er Jahre gewesen sein, als ein Freund mir vom Jakobsweg erzähle. Irgendwie ist er während seines Architekturstudiums bei der Beschäftigung mit den mittelalterlichen Kathedralen auf das Thema gestoßen.
Ich war fasziniert. Zu Fuß durch halb Europa? Großartig!
Aber keine Sache von hoher Priorität.

Wirft man einen Blick auf die Statistiken, scheint zu dieser Zeit der Pilgerweg ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Wegstrecke klang machbar, der Verlauf führt durch Regionen, die als vergleichsweise sicher angesehen werden dürfen. Es sollte aber noch rund zwanzig Jahre bis zum ersten Schritt dauern.
Auf längeren Wanderungen in Nordschweden (Kungsleden), dem Westweg oder dem Schluchtensteig im Schwarzwald mit Übernachtungen unter einfachsten Bedingungen gewann ich die notwendige Erfahrung mit den Strecken, dem Gepäck und allen denkbaren Witterungen zurecht zu kommen.
Vieles hat sich in dieser Zeit gewandelt. Karte und Kompass sind nur noch das Backup für Notfälle, das Handy ersetzt einen erheblichen Anteil der Ausrüstung.
Ich habe gelernt vieles weg zu lassen.

Mehr darüber auf der Seite Ausrüstung

Hier geht es zur groben Streckenplanung.