Mittwoch, 14. Dezember 2016

Zweite Wanderung 2016: Speyer - Hornbach

Jakobsweg von Speyer nach Hornbach

Nach der Ankunft am Bahnhof in Speyer besuche ich zunächst nochmals den Dom, dann die Touri-Info, um den Wegverlauf aus Speyer heraus zu erfragen. Dort erfahre ich, dass die Markierungen in der Stadt gerne von den Touristen als Souvenir abgezogen werden.
Jakobsweg Speyer - Hornbach
Die gesamte Strecke ist gut bestückt mit Supermärkten, Bäckern und Gasthöfen. Große Vorräte mitzuführen ist nicht nötig.

1. Etappe: Speyer - Hördt

Mit einer kostenlosen kleinen Karte ausgerüstet mache ich mich auf den Weg aus Speyer heraus. Über weite Strecken folgt der Weg dem Rhein. Die Strecke ist von Radfahrern, Skatern und Spaziergängern gut besucht. An Verpflegung längs des Weges fehlt es nicht.
Wieder in Speyer beim Jakobspilger

Unweit des Holzlagerplatzes bei Hördt finde ich einen angenehmen Schlafplatz im Wald.

2. Etappe: Hördt - Klingenmünster

Ich war nie ein großer Freund der Rheinebene. Das flache Land ist für mich eher uninteressant. Zäune und Verbotsschilder säumen den Weg über weite Strecken. Die Menschen wirken mürrisch. Landau ist der einzig einladend wirkende Ort der heutigen Etappe und hebt sich wohltuend von den umliegenden Städchen ab.
Ab der "Kleinen Kalmit" bin ich wieder mit der Landschaft versöhnt, die Menschen sind wieder offener und ich werde auch wieder von interessierten Spaziergängern angesprochen.
Der Übernachtungsplatz kurz vor der Pfalzklinik Landeck im Wald war nicht gut gewählt. Das Gelände ist abschüssiger als ich gedacht hatte, so wache ich in der Nacht immer wieder auf und robbe zurück auf die Isomatte.

3. Etappe Klingenmünster - Bruchweiler-Bärenbach

Ab Klingenmünster wird der Weg zum Genuss. In Bad Bergzabern noch kurz im Hotel Petronella (oder war es Kurparkblick?) einen Stempel geben lassen, dann geht es auf herrlichen Wanderwegen durch den Pfälzerwald.
Nach Bruchweiler-Bärenbach geht es auf eine lichte Hochebene, auf der ich etwas verdeckt im Wald die Nacht verbringe. Nur gestört durch einen neugierigen Fuchs, der kommt um an meiner Plane zu schnüffeln.

4. Etappe Bruchweiler-Bärenbach - Kröppen

Wie kaum anders zu erwarten, gab es in der Nacht Frost. Zum Frühstück setze ich mich in den ersten wärmenden Strahlen der Sonne auf eine Bank.
Der Großteil der heutigen Wanderung führt auf weiten Strecken durch den Wald. Ein herrliches Wandergebiet! Leider verschlechtert sich das Wetter im Laufe des Tages und so bin ich froh, in Kroppen, im Gasthaus Knerr einkehren zu können. Die Wirtin serviert unkomplizierte Hausmannskost und ich breite meine nasse Ausrüstung in der Nacht zum Trocknen im Zimmer aus. Nach einer schönen, heißen Dusche stecke ich Handy und PowerBank an den Lader und lege mich zur Ruhe.

5. Etappe Kröppen - Hornbach

Nach einer sehr angenehmen Nacht im Gasthaus Knerr  (wo man auch den Pilgerstempel bekommt) und einem schlichten, aber völlig ausreichenden Frühstück mache ich mich mit getrockneter Ausrüstung wieder auf den Weg. Vorbei an der einer schön hergerichteten Schutzhütte am Waldrand führt der Weg aus dem Tal hinaus auf eine Hochebene.
In Riedelberg, obwohl sehr schön für Pilger dekoriert, verliere ich irgendwo unterhalb des Dorfes am Bach die Wegmarkierung und finde mich plötzlich im französischen Opperding wieder. Ein paar Kilometer weiter bin ich wieder auf meiner Strecke.
Ooops! Hier ist ja Frankreich... Ist das ein Muschelzeichen am Mast?

Ganz nett ist der letzte Abschnitt von Mauschbach nach Hornbach. Hier beweiden Wasserbüffel die sumpfigen Wiesen am Bach. Die Reste der Klosteranlage sind sind sehr schön und durchaus noch einen Aufenthalt in Hornbach wert. Den Pilgerstempel bekommt man an der Hotelrezeption.
In Hornbach fährt an den Wochenenden kein Bus, so sprengte zuletzt die Fahrt mit dem Taxi zum Bahnhof in Zweibrücken mein knapp kalkuliertes Reisebudget.

Freitag, 20. November 2015

Erste Wanderung 2015 Heilbronn - Speyer

Von Heilbronn nach Speyer auf dem Jakobsweg

November 2015

Für mich war klar: der Weg beginnt an meiner Haustüre. Beruf und Familie lassen nicht zu, den Weg "in einem Rutsch" zu gehen, also muss es in kleinen Schritten gehen.
In den Herbstferien, Anfang November 2015 habe ich einige Tage Resturlaub, die gut zwischen familiäre und berufliche Verpflichtungen passten. - Die Gelegenheit den ersten Schritt zu machen.

Von Heilbronn nach Speyer

Ich wusste schon länger, dass einer der vielen Jakobswege in der Region durch Bad Wimpfen führt. Der Weg ist eine Teilstrecke des Jakobswegs Rothenburg - Speyer und ist sehr gut beschildert und dokumentiet.

2015 - Heilbronn-Speyer

1. Tag: Von Heilbronn nach Neuhaus

Aus einer großen Stadt heraus zu wandern ist kein großartiges Erlebnis. Das gilt nicht nur für Heilbronn, sondern für alle größeren Städte. Wenn das Industriegebiete und Vororte durchquert sind und die Felder beginnen wird die Wanderung angenehm.
3. November 2015 - Zwischen Heilbronn und Bad Wimpfen
Da in Deutschland der Wald gerne als Naherholungsgebiet genutzt wird, gibt es zahlreiche Schutzhütten, die sich als wetterfeste Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Für die erste  Übernachtung wähle ich die Heuberghütte auf dem Heuberg zwischen Neuhaus und Steinsfurt. Die Hütte liegt allerdings nicht direkt am Weg, sondern auf dem Berggipfel, einige hundert Meter Bergauf. Unter dem Vordach der Hütte sollten bis zu vier Personen Schutz finden können.
Heuberghütte

2. Tag: Von Neuhaus nach Reilingen

Frisch gestärkt geht es dann weiter, vorbei am Museum in Sinsheim über teils sehr schöne, teils eher triste Wege. Bei Metzgerei Ohr in Dühren erhält man nicht nur den Pilgerstempel, sondern kann auch lecker Mittagessen. Ein Highlight ist sicher die Kapelle auf dem Letzenberg, die heute leider geschlossen ist.
In der schon anbrechenden Dunkelheit wandere ich durch St. Leon Roth bis zum Wald nahe Reilingen, wo ich mein Nachtlager aufschlage.
Steil geht es hinauf zum Letzenberg

3. Tag: Von Reilingen nach Speyer

Die letzte Etappe bis Speyer ist dann nur noch ein Katzensprung. Unterwegs trockne ich meine vom Tau feuchte Ausrüstung in der Sonne uns wandere dann sehr gemütlich zunächst zum Dom. Dann nach einem Mittagessen im Naturfreundehaus zur Jugendherberge.
Ich empfehle wenn möglich auch den Besuch im Historischen Museum der Pfalz, nicht nur um den Domschatz zu bestaunen.
Jakobspilger in Speyer
Am nächsten Tag geht es dann mit der Bahn zurück nach Heilbronn. Rückblickend waren die Tagesetappen etwas zu lang gewählt. Es war aber ein guter Start und soll der Anfang eine langen Abenteuers sein.